Zu einer zweifachen Premiere hatte Franken Brunnen am Donnerstag einige Gäste aus Wirtschaft und Politik in ihre Bad Kissinger Niederlassung in Hausen eingeladen. Anlass war nicht nur die offizielle Inbetriebnahme einer neuen Glasabfüllanlage , sondern auch die Wiedereinführung der 2009 aufgegebenen Mineralwassermarke Theresien-Quelle.

"Mit dem heutigen Tag startet der Bad Kissinger Mineralbrunnen in eine neue Ära und geht mit seiner Verwandlung in einen klimaneutralen Glas-Standort einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft", begrüßte Michael Bartholl als Vorsitzender der Zentralgeschäftsführung von Franken Brunnen (Neustadt / Aisch) die Festgäste auf dem Gelände der Bad Kissinger Mineralbrunnen GmbH. Die erneute Umstellung von Plastik- auf Glasflaschen sei "eine große Investition für diesen relativ kleinen Betrieb", betonte er, ohne Zahlen zu nennen. "Sie übersteigt das jährliche Umsatzvolumen in Bad Kissingen deutlich."

Allerdings sei dieser Standort recht erfolgreich, obwohl er der kleinste der sieben Mineralwasser-Standorte von Franken Brunnen ist. Die erneute Investition sei für das Unternehmen eine große Herausforderung gewesen, da der erst 2009 vorgenommene Einbau einer Abfüllanlage für Plastikflaschen gerade erst refinanziert worden sei.

"Doch der Mineralwasser-Markt hat sich gedreht", begründete Bartholl die erneute Umstellung. Vor 20 Jahren habe niemand die schweren Glasflaschen haben wollen, weshalb man Plastikflaschen eingeführt habe. Die heutige junge Zielgruppe achtet dagegen beim Einkauf auf Qualität der Produkte und Nachhaltigkeit bei der Verpackung. "Außerdem ist Wasser in Glasflaschen unbegrenzt haltbar", sagt Bartholl.

Die jetzige Investition in Hausen sei eine konzeptionelle Grundsatzfrage für die Unternehmensgruppe gewesen. Durch Umsatzverluste in vergangenen Jahren sei die Bad Kissinger Mineralbrunnen GmbH auf lange Sicht "nicht mehr tragbar" gewesen. Für eine Neuausrichtung musste zunächst Einvernehmen mit der Netto-Handelskette erzielt werden, die auf dem deutschen Markt alleiniger Abnehmer der Marke Kissinger Wasser ist.

Mit der Wiedereinführung der Marke Theresien-Quelle, die Franken Brunnen 2009 aufgegeben hatte, will man sich nun durch Vertrieb über Getränkeabholmärkte im regionalen Umfeld von 50 Kilometern einen zusätzlichen Käufermarkt erschließen. Die ersten Händler werden in diesen Tagen mit dem neuen Mineralwasser in den drei Geschmacksrichtungen still, medium und spritzig beliefert.

Das Wasser der Marke Theresien-Quelle wird klimaneutral unter strengsten Kontrollen direkt am Bad Kissinger Quellort mit der jetzt in Betrieb genommenen Anlage, die 16 000 Flaschen pro Stunde schafft, in Mehrweg-Glasflaschen abgefüllt, die von ClimatePartner für Klimaneutralität zertifiziert sind. Mit anteiligem Erlös aus jeder Flasche unterstützt die Firmengruppe nach eigener Aussage "Aufforstungsprojekte in besonders betroffenen Weltregionen" und kompensiert so den eigenen CO²-Ausstoß der Produktion. Bad Kissingen ist der letzte Standort der Unternehmensgruppe, der durch die Komplettumstellung auf Glas jetzt klimaneutral aufgestellt ist. "Wir setzen damit ein klares Zeichen für den Standort, die Region und das Klima", führte Bartholl weiter aus. "Mit klimaneutraler Produktion, Mehrwegflaschen und kurzen Transportwegen leisten wir einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz."

Den jetzt erfolgten Start in eine neue Ära nannte Staatsministerin Dorothee Bär einen "wichtigen Schritt in der 89-jährigen Unternehmensgeschichte" und lobte die Investition: "Ihr Unternehmen unterstützt damit Deutschland auf dem Weg zur Klimaneutralität." Der von Bär zur Einweihungsfeier mitgebrachte Gast, Japans Botschafter Hidenao Yanagi, der sich in Erinnerung an seine drei Jahre als Generalkonsul in München mit einem freundlichen "Grüß Gott" an die Gäste wandte, hofft auf eine noch intensivere Zusammenarbeit der beiden seit 160 Jahren partnerschaftlich verbundenen Länder auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner hob als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Landtag hervor, dass die Wirtschaft im Zusammenwirken von Ökologie und Ökonomie "schon weiter ist, als man oft glaubt". An Japans Botschafter gerichtet, bat er um dessen künftigen Einsatz auch als Botschafter für die Welterbe-Stadt Bad Kissingen, die dieser im Gegensatz zu den Welterbe-Städten Bamberg und Würzburg zuvor noch nie besucht hatte. Auch stellvertretender Landrat Gotthard Schlereth würdigte den Einsatz von Franken Brunnen ebenso wie Oberbürgermeister Dirk Vogel "für die Wertschätzung des Wirtschaftsstandortes Bad Kissingen", wobei sich Vogel besonders freute, dass - analog zu seiner eigenen Vermarktungsstrategie des Unesco Welterbe-Titels für das Staatsbad - mit der Theresien-Quelle ein "etabliertes Produkt der Vergangenheit wieder neu belebt wird".