Viel Zeit nahm sich Bischof Friedhelm Hofmann bei seinem Besuch der Asylbewerber in Ebenhausen. "Woher kommen Sie? Warum verließen Sie ihre Heimat? Wie lange sind Sie schon hier? Wie kommen Sie hier zurecht? Was haben Sie vor?" Bereitwillig öffneten sich die Bewohner, um ihre Situation zu schildern, und lobten den Helferkreis, der sich um die Anliegen der Familien kümmert.


Gegen Ende 2013 zogen die ersten Asylbewerber in das Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße ein. Zurzeit wohnen dort 63 Personen, darunter 26 Kinder. Das Jüngste wurde erst am 19. März geboren. Die Familien kommen aus Syrien, Afghanistan, Armenien, Ukraine und Südosteuropa. Einige sind auch staatenlos. Drei Familien zogen inzwischen in Wohnungen in Ebenhausen und Oerlenbach, nachdem ihr Asylverfahren positiv abgeschlossen wurde.

In Ebenhausen wieder zusammen

Zu ihnen gehören Souzan und Salah mit ihren Kindern Jad und Santa, die aus Syrien flohen. Zunächst kam die Mutter mit ihren Kindern nach Ebenhausen, ehe der Ehemann zu ihnen fand. "Wir wurden hier wunderbar aufgenommen. Alle standen uns zur Seite, vor allem Familie Arenz als Ansprechpartner", versichert Souzan, die Deutsch recht gut versteht, aber beim Sprechen noch Scheu hat. Sie haben sich zum Sprecher der Bewohner mit einem Brief gemacht: "Vielen Dank für die Unterstützung bei unserem Neustart in Ebenhausen in den letzten Monaten. Als wir dachten, alles verloren zu haben, brachtet ihr wieder Hoffnung und Licht in unser Leben." Neben Familienfoto und Blick auf Ebenhausen schmückten sie ihr Schreiben mit einem Ortsschild: Aleppo/Syrien - Ebenhausen 3389 km. Die Familie setzt alles daran, ihr Deutsch zu verbessern und in jeder Hinsicht heimisch zu werden.

Ganz toll hatten sich die Asylbewerber auf den Besuch eingestellt. Die Familien bereiteten für ihre Heimat typische Speisen vor. Die Kinder erfreuten beim Empfang mit fränkischen Volkstänzen, die Christina Mühleck und Theresa Berchtold mit ihnen eingeprobt hatten.

Gespräch mit den Familien

"Ihr fühlt euch hier richtig wohl. Ich freue mich mit euch", sagte Bischof Friedhelm. Beim Gang durch die beiden Wohntrakte nutzte er die Gelegenheit, sich mit dem Schicksal der einzelnen Familien auseinanderzusetzen.
Seit Juli wohnt Anton Anichennov mit seiner Frau Ganna und Sohn Mark in Ebenhausen. Sie flohen aus der Ostukraine, wo er ein Studium in Naturwissenschaften als Magister und seine Frau in Wirtschaft abschloss. "Die Menschen hier sind sehr nett und haben uns viel geholfen. Hier gibt es keinen Krieg, das ist so gut", erzählt der Familienvater in recht gutem Deutsch, das er weiter verbessern will mit dem Ziel, in Deutschland bleiben und arbeiten zu können. "Da bringen Sie die besten Voraussetzungen mit", ermutigte der Bischof.

Ähnlich liefen weitere Begegnungen, die belegten, dass die Asylbewerber sich willkommen fühlen. Es gab nur frohe Gesichter, freundliche Gesten und ermutigende Gespräche. "Sie leisten hier beispielhafte Integrationsarbeit", wertete Bischof Friedhelm die Dienste der Betreuer und Betreuerinnen um Cornelia Herterich und Maria Wahler. "Wir können jeden weiteren Helfer, ob für Hausaufgaben, Fahrten zu Arzt, Behörden oder Einkauf sowie vor allem für Gespräche sehr gut gebrauchen. Es gibt keine Verpflichtung. Wir freuen uns auf jede Verstärkung", bitten beide. Rückfragen bei Cornelia Herterich, Tel.: 09725/708 080, und Maria Wahler, Tel.: 09725/1326.