Der Altstadtverein Münnerstadt zelebriert in jedem Jahr den Tag des offenen Denkmals. Ein ganzes Wochenende lang widmen sich die Organisatoren heuer zwischen dem 6. und 8. September der Münnerstädter Geschichte, die sie auf unterschiedliche Art und Weise sichtbar machen wollen. Heuer steht die Kelterhalle im Mittelpunkt der Aktivitäten.

Der Name der Kelterhalle weist bis heute auf ihre einstige Bedeutung hin. Dort war die Kelterei des Klosters.
Am Torbogen des Einganges findet sich die Jahreszahl 1567. Seit ihrer Restaurierung vor rund 20 Jahren kann sie für Veranstaltungen genutzt werden. Bis ins Mittelalter hinein befand sich im Bereich der Finsteren Gasse das jüdische Viertel der Stadt. Hier stand auch die Synagoge. Daran will der Altstadtverein jetzt wieder erinnern.Die Vereinsmitglieder waren auf dieses Thema gekommen, nachdem sie alte Grabsteine gefunden hatten. Hans Petsch hat sich daraufhin intensiv mit dem Thema beschäftigt und entsprechende Kontakte geknüpft und Material gesammelt.

Jüdisches Leben in der Stadt

Zwei Sonderausstellungen wird es dazu geben, die am 6. September eröffnet werden. "Ein Blick zurück - jüdisches Leben in Münnerstadt " nennt sich die eine. Fotos und Zeitzeugenberichte werden jüdisches Leben bis 1989 in Münnerstadt dokumentieren. Am Beispiel der Familie Gutmann, die 1876 am Anger einen Textileinzelhandel eröffnet hatte, wird dies aufgezeigt.

Bilder erzählen Geschichte

"Gelebt" nennt sich die Ausstellung von Oliver Schikora. Er zeigt nochmals Fotografien und Lomographien. Schikora hat sich dabei auf alte, nicht renovierte Privathäuser spezialisiert und versucht durch ungewöhnliche Perspektiven deren Charme und Geschichte einzufangen.

Der Altstadtverein wird zudem eine Gedenktafel übergeben, die an die ehemalige jüdische Synagoge in der Finsteren Gasse erinnern soll. Außerdem wird anlässlich des Tages des offenen Denkmals wieder der Mürschter Nagel verliehen. Diesen vergibt der Verein an Bauherren für vorbildliche Sanierung von historischen Wohnhäusern in der Altstadt.

Mürschter Abend

Ein Mürschter Abend findet am 7. September in der Kelterhalle statt. Es gibt ein Menü "Gebeine und Gedörr". Das Unterhaltungsprogramm liefern die "Mamas und Papas" des Kolpingfasching, Rosina Eckert, Rainer Kirch und die Band Lola Prinz.

Am Sonntag, 8. September, dem offiziellen Tag des offenen Denkmals in ganz Deutschland, gibt es in der Kelterhalle einen ganztägigen Festbetrieb.

Außerdem findet die offizielle Übergabe des Julius-Emes-Bildstockes im Novizengarten statt.

Der Tag des offenen Denkmals in Münnerstadt auf einen Blick

6. September
19.30 Uhr Übergabe der Gedenktafel an der Kelterhalle; 20 Uhr Eröffnung der beiden Sonderausstellungen "Ein Blick zurück" und "Gelebt", jeweils in der Kelterhalle. Die Ausstellungen sind bis 22. September zu sehen.

7. September 19.30 Uhr Mürschter Abend in der Kelterhalle (Reservierungen bei Hans Petsch, Tel 09733/9761).

8. September 10 bis 19 Uhr Festbetrieb in der Kelterhae mit Weißwurstfrühstück, Mittagessen und Kaffee und Kuchen. 11.30 Uhr Übergabe des Emes-Bildstockes an die Stadt Münnerstadt.