Die Gemeinderatssitzung diese Woche war gut besucht. Neben Bauanträgen stand eine Stellungnahme zum Treffen von Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) mit dem Staatlichen Bauamt auf der Tagesordnung. Außerdem sprach der Gemeinderat über den Baustopp an der Seniorenwohnanlage, die mobile Netzabdeckung und die Kennzeichnung von Obstbäumen.

Wie Bürgermeister Harald Hofmann informiert, hatte er Ende Juli das Staatliche Bauamt besucht, um sich über die Auswirkungen des Bürgerentscheides vom Februar zu informieren. Nachdem die Behörde die Planungen zur Ortsumgehung eingestellt hatte, will sie im nächsten Jahr einen lärmdämmenden Fahrbelag auf der Ortsdurchfahrt realisieren, um die Anwohner vom Verkehrslärm zu entlasten.

Lärmaktionsplan für das Tempo 30

Damit das Staatliche Bauamtbeginnen kann, soll laut Hofmann die Gemeinde jedoch erst ihre Pläne vorlegen, zu schon länger angedachten kleinen Arbeiten an der Straße. Unter anderem sollen Gehwege und die Bushaltestelle am Rathaus umgestaltet werden. Diese Punkte möchte Hofmann in der kommenden Sitzung (22. September) besprechen.

Für weitere Entlastung soll langfristig eine Tempo-30-Zone sorgen. Hofmann berichtete hier den Sachstand: Die Gemeinde habe ein Büro beauftragt, einen Lärmaktionsplan zu erstellen. Das Büro muss Verkehrszahlen und Lärmwerte nach Vorgaben aus dem Immissionsschutzgesetz berechnen. "Das rechnet nach der Rechenformel aus, die nach diesem Gesetz gültig ist.

Diese Berechnung läuft derzeit", erklärt Hofmann. Wenn das Ergebnis zeige, dass die Lärmbelastung den Grenzwert überschreite, wäre eine Tempo-30-Zone planbar.

Kreisverkehr an der Ortseinfahrt

Weiter informierte Hofmann darüber, dass ein Kreisverkehr am Ortseingang an der Abzweigung zum Gewerbegebiet geplant ist. Zum einen wolle die Gemeinde damit einen geplanten Supermarkt (von Winkels kommend auf der rechten Seite) an die Straße anbinden. Zum anderen soll damit ein Unfallschwerpunkt an der Kreuzung beseitigt werden. Der Kreisverkehr soll losgelöst vom Supermarkt geplant werden.

Der Gemeinderat beschloss daraufhin, sich mit den Punkten innerörtliche Verbesserung und dem Bau eines Kreisverkehrs in einer der nächsten Sitzungen auseinanderzusetzen. Florian Wilm (Bürgerblock) bat in diesem Zusammenhang, die Gehwege an der Einfahrt zum Riedweg zu verbreitern. Hofmann erwiderte, dies in die Pläne aufzunehmen.

Archäologische Grabungen

Anita Haub (Bürgerblock) fragte: "Was hat es mit den archäologischen Untersuchungen am Seniorenwohnheim auf sich?" Hofmann erklärt daraufhin, dass es normales Prozedere sei, den Bauantrag zu prüfen und nach der Zustimmung des Gemeinderates weiter ans Landratsamt zu geben. Hierzu würden die zuständigen Behörden prüfen, ob das Baugebiet auf einer geschützten Stelle liegt.

In der Umgebung der zukünftigen Seniorenwohnanlage ist im Bayernatlas (geoportal.bayern.de) ein Bodendenkmal eingezeichnet. Es handelt sich um eine Wüstung - also eine verlassene Siedlung - aus dem Hochmittelalter mit dem Namen "Melehorn". Die Wüstung ist auch auf Bebauungsplänen der Gemeinde Nüdlingen zu erkennen.

Hofmann dazu: "Das Baugrundstück ist bei unseren Plänen zu 100 Prozent draußen. Im Bayernatlas ist es aber zu 50 Prozent in dem Gebiet." Die Gemeinde, sowie das Landratsamt hätten bei der Prüfung auf die Nüdlinger Karten und nicht auf den Bayernatlas geachtet. Der Baustopp kam, als die Unstimmigkeiten zum Bayernatlas auffielen.

Bänder für Obstbäume

Einen Vorschlag, der auf große Zustimmung stieß, machte Burkard Diez (UWH): "Die Obstbäume der Gemeinde, die von den Bürgern nicht gepflegt und nicht geerntet werden. Könnten wir die kennzeichnen?" Somit stünden die Bäume frei, sodass alle Bürger sie ernten könnten. Der Gemeinderat einigte sich darauf, nach dem Vorbild von anderen Gemeinden, die Bäume mit Bändern zu kennzeichnen.

Auf Volker Schäfers (SPD) Frage zum Gasthaus "Stern": "Sind wir vor dem Berliner Flughafen fertig?", antwortete Hofmann beschwichtigend. Es fehlen noch kleinere Arbeiten, die Farben zum Streichen seien ausgesucht. "Wir hängen derzeit beim Elektriker", so Hofmann. Sobald dieser fertig ist, geht der Innenausbau weiter.

Weitere Themen

Weitere Themen im Gemeinderat waren Grund- und Trinkwasser. Florian Wilm merkte an, dass er sich über die zukünftige Veröffentlichung der Messwerte freuen würde. Außerdem berichtete Hofmann über seine Gespräche mit der Telekom. In Sachen Mobilfunk-Empfang werde es in nächster Zukunft keine Verbesserungen geben.

Die Bitte von Stefan Schmitt (UWH), dem Tischtennisverein in Haard das Training wieder zu ermöglichen, erledigte sich. Denn die Turnhalle am Haarder Kindergarten sei wieder zugänglich. Daneben stimmte der Gemeinderat neun verschiedenen Bauanträgen zu.