Sobald die ersten Nachrichten vom Krieg in der Ukraine bekannt wurden und im Fernsehen zu sehen waren, wie Menschen Hals über Kopf ihre Heimat verlassen, kamen die Mitglieder der Stiftung "Haus für Alle" in Langenleiten zusammen, um zu überlegen, in welcher Form ihre Hilfe und Unterstützung nötig und möglich ist.

"Man muss doch was tun", fasst Brigitte Schmidt die Hilflosigkeit zusammen. "Wir können nicht die Hände in den Schoß legen." Anna Keßler (Koordinatorin Haus für Alle) recherchierte und nahm Kontakt zum Nürnberger "Verein der Ukrainer in Franken e.V." auf, der Sachspenden sammele und in das Grenzgebiet bringe.

Kontakt zu ukrainischen Familien

Über Arbeitskollegen hat Anna Keßler zudem Kontakt zu drei ukrainischen Familien in Schweinfurt aufgenommen, die ebenfalls Sachspenden mit ihren Fahrzeugen in die Ukraine bringen möchten.

Der Nürnberger Verein übersandte nach Langenleiten eine dezidierte Liste an Dingen, die dringend benötigt werden. Die Stiftung rief öffentlich zur Spendenaktion auf. "Wir sind vollkommen überrascht, wie groß die Hilfsbereitschaft der Menschen ist", so Keßler.

Nicht nur Freunde und Bekannte aus Langenleiten, sondern aus der gesamten Region haben geholfen. Sie trugen den Spendenaufruf wiederum weiter, und so kamen immer mehr Spenden bei "Haus für Alle" zusammen. Besonders freuen sich Brigitte Schmidt, Rosa Strauß-Carl und Anna Keßler, wie großzügig die Menschen sind.

"Das hat sich gelohnt"

"Viele sind einkaufen gegangen haben Babynahrung, Windeln, Babyzubehöre, Medikamente, Verbandmaterial, Lebensmittel, Spielzeug und Hygieneartikel gekauft. Unser Telefon stand nicht mehr still." Die Spenden mussten im "Haus für Alle" sortiert, in Kartons verpackt und beschriftet werden. Der Nürnberger Verein kam am Samstag nach Langenleiten und belud die Fahrzeuge.

"Wir haben noch nie so viele Windeln, Verbandsmaterial, Lebensmittel auf einem Haufen gesehen. Am Abend waren wir platt. Aber das hat sich gelohnt. Die Sachen sind auf den Weg gebracht", so die Helferinnen.