Beim Altweiberfasching in Gefäll sind die Themen lokal: Humorvoll werden die Eigenarten der Dorfbevölkerung aufs Korn genommen. Bastian Hoffstadt und Susanne Voll übernehmen seit vier Jahren die Moderation. Bastian Hoffstadt macht es am meisten Spaß, wenn die Leute mitmachen und im Sportheim eine gute Stimmung herrscht.

"Dabei nehme ich kein Blatt vor den Mund - wer sich ärgert, ist selbst schuld", erzählt der 29-jährige Gefäller. Und er steht auch in der Bütt. "Ich schreibe mir über das Jahr auf, was ich besonders lustig finde. Daraus entwickle ich meine Büttenrede", erzählt er. Er bezeichnet sich selbst als lustigen Menschen, der auch gern über sich selbst lacht.

Das Lampenfieber bleibt

Susanne Voll ist seit rund 15 Jahren in der Bütt. "Ich bringe die Leute gern zum Lachen. Es macht einfach Spaß, auf der Bühne zu stehen", beschreibt die Gefällerin ihre Motivation. Von klein auf hat sie sich als Fosenöchter verkleidet und liebt den Fasching. Eines ist auch nach vielen Jahren des Auftritts geblieben: Lampenfieber hat sie immer noch. "Aber mir macht es trotzdem Riesenspaß, beim Altweiberfasching aufzutreten", erzählt Susanne Voll.

Das bewies schon die erste Moderation der beiden: Zum "Babysitter-Blues" zogen beide ein. Zurück in die Steinzeit ging es mit den Kindertänzern, die Jessica Wehner und Melanie Schaub trainiert haben. Als "Schmarrorsch" sorgte Bastian Hoffstadt mit seinem losen Mundwerk für viel gute Laune. Teils Haarsträubendes wusste er über seine imaginäre Frau zu berichten. Moritz und Madda alias Susanne Voll und Madeleine Dietrich saßen als altes Ehepaar auf der Parkbank. Mit einem flotten Tanz sorgte der Nachwuchs für gute Laune und führte die Zuschauer die Welt der Rocker vor Augen.

Mitgenommen auf eine Zeitreise

Auf eine Zeitreise in das Jahr 1999 wurde man beim Sketch mitgenommen, den Sebastian Endres, Daniel Albert und Melanie Schaub einstudiert hatten. Dr. Amalia Hasenzahn (Melanie Schaub), die nach Gefäll gekommen war, als sie von der Aktion "Hausärzte gesucht" gehört hatte, konnte sich über die Rhöner nicht genug wundern, die ihr Weltbild gehörig ins Wanken brachten. Und Sebastian Endres und Daniel Albert als Gefäller konnten bestätigen: "Hier ist wirklich nichts normal." Sei es, dass die Gehsteige samstags ab 15.30 Uhr hochgeklappt sind, oder dass Fasching in Gefäll im Sommer gefeiert wird: An solche Eigenheiten kann man sich nur schwer gewöhnen.

Humorvoll wurden in einem anderen Sketch die Unterschiede von Männern und Frauen beim Duschen aufs Korn genommen. Mit viel Geschick wussten die vier Damen die Duschgewohnheiten auf die Schippe zu nehmen. In die Welt des Moulin Rouge entführten die Tänzerinnen aus Wollbach unter der Leitung von Carmen Rottenberger die Zuschauer mit ihrer Darbietung.

Dass es man in Gefäll als Zuschauer plötzlich auf der Bühne steht, davon mussten sich drei Gefäller beim Sketch "Mein Mann kann" überzeugen. Zur Freude des Publikums erfüllten sie so manche Aufgabe. Für gute Laune sorgten die männlichen Tanzmariechen aus Waldfenster. Auch einer Tagung des Amtsgerichts Gefäll konnten die Zuschauer beiwohnen.

Richter Rudi Ratlos (Sebastian Endres) hatte es mit dem Angeklagten Fritz Meier (Steffen Wehner) zu tun, der sich nur singend verteidigen konnte. Das Publikum sang lautstark mit. Über die haarsträubenden Erlebnisse eines Landarztes wusste Manuel Vorndran aus Waldfenster zu berichten. Verrucht kamen die "Wilden Hilden" mit ihrem Tanz daher. Für die musikalische Unterhaltung sorgte das "Duo Südwind" aus Gefäll.