Schon Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel oder der Romantiker Franz Liszt schrieben Konzerte nur für sie, die Orgel. Kaum ein Instrument wird dermaßen mit der sakralen Sphäre in Verbindung gebracht wie die majestätische Konstruktion aus so vielen verschiedenen Komponenten, gebaut für die Ewigkeit. Komponiert, gebaut und instand gehalten werden diese Kunstwerke von Orgelbauern, einem mittlerweile selten gewordenen Berufsstand.

"Universalwissenschaft"

Einer von ihnen ist der in Bad Kissingen ansässige Orgelbauermeister Michael Stumpf. Schon beim Blick in seine Werkstatt sieht man, dass man für die Arbeit an einem solch komplexen Instrument nicht nur viele verschiedene Materialien, sondern auch Befähigungen braucht. "Ich sage oft, dass der Orgelbau eine der letzten Universalwissenschaften ist", meint denn auch Stumpf. 44 Monate dauert die Ausbildung, nach der man laut Stumpf "zwar vieles, aber nichts wirklich richtig kann". Immerhin verbindet der Beruf Elemente aus Architektur, Statik, Elektronik, Musik, Akustik sowie den Umgang mit verschiedensten Materialien, nicht nur Holz und Metall. "Lebenslanges Lernen reicht nicht aus, um wirklich alles zu wissen", meint Stumpf, oftmals müsse man sich auf Erfahrungswerte verlassen. Manchmal auf die eigenen, manchmal auf die von Kollegen. Gewandelt hat sich der Beruf mittlerweile vom Bauen weg hin zum vornehmlich Reparieren, Stimmen oder auch Entsorgen von Orgeln.