Im Schlosshotel Saaleck begrüßte Kreisvorsitzender Heinz Stempfle vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) rund zwei Dutzend ansässige Gastronomen zur Herbstversammlung.
Der tarifliche Mindestlohn stand im Blickfeld. Das sind jene 8,50 Euro Stundenlohn, die jeder Beschäftigte ab dem kommenden Jahr mindestens in der Tasche haben soll. Das so genannte Tarifautonomie-Stärkungsgesetz, das heuer im Sommer in Kraft trat, hat ab dem 1.
Januar 2015 für den gastronomischen Bereich Folgen. Was vom Gesetzgeber zunächst als willkommene soziale Absicherung der Arbeitnehmer gedacht war, werde in Zukunft seine Nebenwirkungen mit deutlich höheren Preisen auf der Speisekarte zeigen, hieß es auf der Versammlung. Ganz besonders die kleinen Betriebe seien von den "gravierenden Änderungen" betroffen, so Rechtsanwalt Michael Schwägerl, Dehoga-Syndikus des Bezirks Unterfranken. Denn wer sich als Arbeitgeber bislang mit einer recht dünnen Personaldecke und saisonalen Aushilfskräften über Wasser gehalten habe, der sehe sich ab dem kommenden Jahr mit einer völlig neuen Finanzsituation konfrontiert. Insbesondere müsse der gastronomische Betrieb verstärkt mit Kontrollen durch die Aufsichtsbehörden rechnen.
Denn Zuschläge für Nachtarbeit, Feiertage, Erschwernisse oder Fahrgelder könnten in diese 8,50 Euro Mindestlohn nicht eingerechnet werden, führte Schwägerl weiter aus. "Diese 8,50 Euro sind reine Nettolöhne, hinzu kommen noch die Steuern und Sozialabgaben. Dann sind wir bei etwa 11 Euro brutto", rechnete der Syndikus vor. Auch mit dem Ausweichen auf Leih- oder Cateringfirmen könne der Mindestlohn nicht umschifft werden. "Die Schere zwischen Vollzeitkräften und Aushilfe wird sich weiter öffnen", ist sich Schwägerl sicher.
"Meine Gäste werden sich nicht freuen, wenn das Schnitzel plötzlich sehr viel teurer wird", meinte Elisabeth Spath, Wirtin des Hotelrestaurants Nöth aus Morlesau. Denn beim Verbraucher landet schlussendlich die finanzielle Mehrbelastung des Mindestlohns. Preiserhöhungen drohen ab dem kommenden Jahr auch bei den Lieferanten, angefangen vom Spargelstecher bis hin zum Heizungsmonteur. "Solidarität ist gefragt, wenn es um das Überleben der Betriebe geht", so Schwägerl.

Kennzeichnung der Allergene

Neu in den gastronomischen Betrieben ist ab dem 13. Dezember die Kennzeichnungspflicht der möglicherweise Allergi en aus lösenden Stoffe wie Glu ten, Krebstiere, Eierprodukte, Fisch, Erdnussprodukte, Soja, Milchprodukte, Schalenfrüchte, Sellerie oder Senfprodukte. "Eine Karenzzeit ist bis Februar 2015 vorgesehen", ergänzte Schwägerl.