Die Welt der Globetrotter traf sich an diesem Wochenende wieder in Nickersfelden. Zum 13. Mal lud Rudi Kleinhenz die "Weltreisenden", wie man früher die Globetrotter nannte, ins beschauliche Nickersfelden, wo sich ein munteres Völkchen von fast 200 Personen und knapp 70 Fahrzeugen in den Saaleauen versammelte.

Ob die "13" für die Veranstaltung gut war, wollte "Rudi" wie er von fast allen auf dem Platz nur genannt war, nicht unbedingt bestätigen.
"Das Wetter war sehr bescheiden", und am Mittwoch, als wir hier aufbauten war es wie zu Beginn vor 13 Jahren, "zu fünft saßen wir da, aber dann kamen doch bereits am Donnerstag die ersten Besucher des Globetrottertreffens", lässt er wissen.

Eine Grenze erreicht

Der Feiertag am Freitag war schon ganz optimal für uns, so dass wir die Vorjahreszahlen deutlich überschritten haben. Allerdings macht Kleinhenz auch deutlich, dass bei mehr als 200 Teilnehmern die Grenze erreicht sei: Das für die abendlichen Foto- und Filmvorführungen aufgebaute Zelt sei dann doch zu klein, und Spaß mache es auch nicht, wenn man sich an den beiden öffentlichen Toiletten anstellen muss.

Tipps austauschen

"Wenn wir als Organisatoren dann noch Dixi-Klos stellen müssen, artet das aus, denn wir wollen ja kein Geld mit der Veranstaltung verdienen." Sie soll vielmehr als Plattform für Erfahrungsaustausch unter den Globetrottern dienen, und so präsentieren sich nicht nur die Reisenden mit ihren Fahrzeugen, sondern geben anderen Tipps über gute Stellplätze, sichere Unterkünfte und gutes Essen in fremden Regionen. Vor allem aber auch, wo im Augenblick "No go Areas" sind und wie man diese Regionen, die man augenblicklich am besten nicht besucht, gefahrlos "umschiffen" kann.

So wie zum Beispiel Roland Siegold, der mit einem umgebauten Unimog aus Landau/Pfalz nach Nickersfelden kam, um sich einige Tipps für seinen Trip nach Südamerika zu holen. Jahrelang hat er in Afrika gearbeitet, als Rentner hat er sich ein geländegängiges Fahrzeug aufgebaut, und möchte nun über Afrika nach Südamerika übersetzen. "Ziemlich ganz Nordafrika kannst du derzeit vergessen, da ist es einfach viel zu gefährlich durchzufahren", muss er sich fast von jedem der Weltreisenden sagen lassen, und so spitzt er nun die Ohren, wenn einer von einer bezahlbaren Schiffspassage nach Schwarzafrika erzählt. Schließlich reist er ja allein, sondern es müssen ja auch noch 5,5 Tonnen Auto verschifft werden.

Ganz andere Sorgen plagen Rudi Kleinhenz. Sein Fahrzeug steht, wie das vieler anderer Globetrotter, schon im südlichen Afrika. "Über die DZG, die Deutsche Zentrale für Globetrotter, findest du da immer einen Platz wo das Auto gegen Gebühr sicher stehen kann, aber das Auto sollte nicht nur regelmäßig bewegt werden, es muss, weil mit deutschem Kennzeichen versehen, auch alle zwei Jahre für einige Wochen außer Landes gebracht werden." Ein Problem, das nicht nur den Weltreisenden Rudi Kleinhenz beschäftigt, sondern viele andere Globetrotter auch, die ihr rollendes Zuhause in fernen Ländern geparkt haben.

Auch zu Fuß und mit Fahrrad

Aber nicht jeder, der nach Nickersfelden kam, hatte seinen Zweitwagen irgendwo in der Welt stehen. Etliche besitzen nur noch ein Auto, einige haben sogar das eigene Häuschen mit dem Auto getauscht und wollen für die nächsten Jahre "auf Achse leben", einige kamen aber auch nur mit dem Zelt, weil sie eine Weltreise zu Fuß, oder mit dem Fahrrad planen. Der größte Teil aber hatte allradgetriebene Fahrzeuge. "Kleiner als in den Vorjahren, inzwischen scheinen doch einige Autohersteller wieder allradgetriebene Kleinbusse anzubieten, und das bietet sich bei den Spritpreisen an", erklärt Rudi Kleinhenz. Wer bei der Bundeswehr war, weiß, dass heute eine Tankfüllung eines ausgemusterten Militärfahrzeuges in manchen Ländern schon ziemlich in die Nähe des Anschaffungspreises des Oldies rückt und das bei einem Verbrauch von 30 bis 50 Liter auf hundert Kilometer. Und so zählen heute Spritpreis und Spritverbrauch bei Globetrottertreffen neben den reinen Reiseberichten mit zu den wichtigsten Erkenntnissen die man auf die nächste Fernreise mitnehmen kann.

Wie bei dem vorangegangen Treffen wurde auch diesmal zu Spenden aufgerufen, wobei mit dem Geld sowohl ein Waisenhaus in Vietnam als auch das Frauenhilfsprogramm "Target" von "Berufsglobetrotter und Überlebensexperte" Rüdiger Nehberg unterstützt wird.