Fünf Jahre hat die gebürtige Ukrainerin Ganna Kravchenko das Potenzial der Region nachhaltig gefördert, hat die Entwicklung der Allianzgemeinden Bad Bocklet, Burkardroth, Nüdlingen und Oberthulba als Managerin energisch vorangetrieben. Seit März 2015 koordinierte die studierte Fachkraft für Umweltschutz, Ressourcen- und Agrarmanagement mit Schwerpunkt "Regionalentwicklung" die Arbeit der Allianz Kissinger Bogen. In dieser Zeit hat sie mit den Bürgermeistern und den Gemeinderäten zusammen Wege aufgezeichnet, die engere Heimat jenseits der Ballungsgebiete zu stärken. "Meine Aufgabe war, die Identifizierung mit der Heimat voranzutreiben, ökologisches Bewusstsein zu entwickeln, der Jugend Zugang zu Kunst und Kultur in der Region zu erschließen und so Heimatverbundenheit zu fördern", sagt die dynamische Managerin, die vom großen Potenzial der Kleinregion überzeugt ist.

Mit vielen Projekten hat die Allianz versucht, den Menschen die Vorzüge unserer "lebenswerten Region" aufzuzeigen. So sind unter anderem Arbeitskreise wie Gemüsekorb, Einkaufsgutschein, Kindergärten, Dialekte, Rhöner Gerichte, zwei große Allianztage und das ausgezeichnete und geförderte Filmprojekt "Rhönkäppchen und die Suche nach der Heimat" mit Schulen aus dem Allianzgebiet entstanden und haben der Region neue Impulse verschafft. Dabei geht es nicht nur um Kultur, obwohl Ganna Kravchenko gerade hier als Jugendchorleiterin Akzente gesetzt hat, sondern auch um ökologische Sensibilisierung und Heimatverbundenheit. Deshalb ist "Rhönkäppchen" inzwischen weit mehr als ein kleiner, von Schülern mitgestalteter "Heimatfilm", auch mehr als ein Marketing Gag. "Die Figur ist eine Identifikation stiftende Sympathieträgerin für eine ganze Region", meint Ganna Kravchenko, die nach fünf Jahren zufrieden zurückblickt, bevor sie dem Ruf als Umweltbeauftragte der Ordensgemeinschaft der Erlöserschwestern nach Würzburg folgt.

Dabei war die Aufgabe in der Allianz neu und ziemlich herausfordernd. "Das hat mich gereizt, weil mir initiieren mehr liegt als verwalten". Vier unterschiedliche, selbstständige Gemeinden waren zu vernetzen und eine kommunale Organisation als Verein zu führen, bedarf vieler Abstimmungsprozesse: "Das ist wie ein Tanz auf vier Hochzeiten" sagte die junge Frau, weil die Organisation samt Managerin nicht in einem Rathaus angesiedelt ist, sondern irgendwo zwischen den Gemeinden. Zudem schwebt das Damoklesschwert "auslaufende Förderung" über den Projekten, eine Festanstellung, wie bei anderen kommunalen Allianzen, gab es nicht, sagt die Managerin. Dennoch sei gemeinsam viel erreicht und eine gute Basis für die weitere Entwicklung der interkommunalen Ebene gelegt worden.

Auch der Übergang in die neue gemeinsame Verantwortlichkeit zu Beata Schmäling und Stephanie Kunder kann reibungslos erfolgen, denn Frau Kravchenko hatte sich nach der Geburt ihres Kindes die Stelle schon mit Beata Schmäling geteilt und auch Stephanie Kunder kennt die Allianz. Sie betreute schon bisher die Öffentlichkeitsarbeit der Allianz. Ganna Kravchenko: "Es war eine spannende Aufgabe, aber jetzt ist Zeit für Neues".