Die Nutzung der Wirtschaftswege in den Schwarzen Bergen war in der Bürgerversammlung Geroda ein großes Thema. Grundstückseigentümer beschwerten sich über unverhältnismäßige Kontrollen durch die Ranger des Naturparks Bayerische Rhön und verlangten ein ungehindertes Zufahrtsrecht zu ihren Grundstücken sowie die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge im Gebiet abstellen zu dürfen.

Bürgermeister Alexander Schneider hatte in der Vergangenheit diesbezüglich schon mehrere Gespräche mit der zuständigen Polizeidienststelle geführt. Um die Gemeinderäte über die Situation aus erster Hand zu informieren war auf Einladung des Bürgermeister Thomas Vöth, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bad Brückenau in die Gemeinderatssitzung gekommen. Dieser teilte mit, dass der rechtliche Rahmen vom Naturpark Rhön und der Regierung von Unterfranken umgesetzt werde. Er verwies auf die gesperrten Wege (ausgenommen Land- und Forstwirtschaft) sowie das Parkverbot im Naturschutzgebiet. Kraftfahrzeugen dürfen nur auf den ausgewiesenen Parkflächen abgestellt werden.

Von der Polizeiinspektion Bad Brückenau sei der Straßenverkehr in den Schwarzen Bergen schon immer von Zeit zu Zeit kontrolliert worden. Die Parkvergehen seien in der Vergangenheit nicht so streng überwacht worden. Durch die Ranger des Naturparks Bayerische Rhön werde nun jedoch vermehrt kontrolliert. Wenn Vergehen festgestellt werden, informieren die Ranger die Polizeiinspektion Bad Brückenau durch Übersendung von Fotos sowie des amtlichen Kennzeichens. Die Polizei stelle den Fahrzeughaltern daraufhin Verwarnungen aus. Als Beispiel wurde den Gemeinderäte ein Foto eines im Steinbruch an der Platzer Kuppe geparkten Wohnmobils gezeigt.

Problematisch seien auch Fahrzeuge von Wanderern, die widerrechtlich am Straßenrand abgestellt werden. Vöth rät Grundstückseigentümern, wenn sie auf ihren Grundstücken in den Schwarzen Bergen Arbeiten vornehmen, einen Zettel mit der Handynummer hinter die Windschutzscheibe zu legen. Plaketten für Grundstückseigentümer, die in der Bürgerversammlung gewünscht wurden, können nicht von der Polizeiinspektion Bad Brückenau ausgegeben werden. Sollten Fahrzeughalter eine unberechtigte Verwarnung erhalten, sollen diese Einspruch einlegen.

"Damit ist die Rechtslage klar", kommentierte Bürgermeister Schneider. Diese Rechtslage herrsche, seit es das Naturschutzgebiet gibt und wurde nicht erst durch die Ranger eingeführt. Die Ranger kontrollieren vor allem samstags und sonntags zur Besucherlenkung. Den Grundstückseigentümern müsse klar sein, dass auch sie nicht auf ihren Grundstücken im Naturschutzgebiet parken dürfen, wenn sie zum Wandern gehen. "Nur bei Kontrollen oder Arbeiten am Grundstück ist das Parken gestattet." Kontrollen der Grundstücke durch die Eigentümer seien jederzeit möglich, auch sonntags.

Die meisten Wege seien grundsätzlich für Kraftfahrzeuge gesperrt, ausgenommen sei land- und forstwirtschaftlicher Verkehr. Auch die TSV-Hütte an der Platzer Kuppe dürfe nicht für private Feiern mit Kraftfahrzeugen von Geroda oder Platz aus angefahren werden. Ob Ausnahmegenehmigungen zum Befahren der gesperrten Wege möglich sind, wie zum Beispiel am Platzer Berg, werde er noch abklären. Schneider bat die Gemeinderäte, diese Rechtslage in der Bevölkerung zu kommunizieren.