Wer wüsste dies besser, als der Kabarettist Fredi Breunig, der sich beim kabarettistischen Frühschoppen in Bad Bocklet am Sonntagvormittag dieser ganz besonderer Spezies, dem "Homo franconicus" annahm, was für viel Kurzweil und Applaus im Publikum sorgte.
Doch nicht nur die fränkischen Eigenheiten, auch das Weltgeschehen wurde von Breunig aufs Korn genommen. Sehr zur Freude seiner zahlreichen Zuschauer. So ließ er auch die Fußball-WM Revue passieren. Unverständlich für ihn war, dass der bekannte Song über die "Gauchos" ein solch großes negatives Echo in der Presse erfuhr, während das Lied "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" sich größter Beliebtheit erfreut - jedenfalls auf Nicht-Bayern-Fanseite.

Die deutschen Negativ-Seher

Natürlich war die deutsche Eigenheit des Schwarzsehens ein beliebtes Sujet, dem sich Breunig mit Hingabe widmete. "Die Titelüberschrift beim sensationellen Sieg über Brasilien hätte lauten können: Deutschland verpasst das kleine Finale", stellte der Kabarettist spitzfindig fest. Mit solchen Spitzen fand Breunig bei den Zuschauern seine Lacher, er verstand es, spontan aufs Publikum einzugehen und dieses in sein Programm mit einzubeziehen.
Alle acht Wochen tritt Breunig mit einem anderen Programm im Kursaal in Bad Bocklet auf. Grund genug, bei seinem Rückblick - seinem persönlichen "after eight" - auf das Weltgeschehen zurückzublicken. So fiel sein Blick auf den Gerichtsprozess, den eine Frau gegen die Tabakindustrie führte. Nachdem ihr Mann am Zigarettenkonsum gestorben war, erhielt diese als Entschädigung 23 Milliarden Dollar. "Dafür kann sie sich jetzt rund 58 Milliarden Zigaretten kaufen. Wer kann schon so viel rauchen", meinte Breunig mit tiefschwarzem Humor. Für Lacher im Publikum sorgte sein fingierter Jahresbericht der Generalversammlung eines Junggesellenvereins mit seinen besonderen Untertönen. Oder auch die Erklärung, wie man einem jungen Menschen von heute erklärt, was eigentlich eine Telefonzelle sei: "Eine solche ist ein Handy, in das man hineinsteigen kann", erklärte Fredi Breunig seinem jüngeren Publikum. Apropos Handy: als ein solches im Publikum spontan losging, meinte er: "Ich werde jetzt erst einmal ruhig sein, dass der Herr sein Gespräch führen kann." Im Stile eines Willy Astor ließ der Kabarettist die Dörfer und Städte der Region in eine phantasievolle Geschichte einfließen: das Publikum war begeistert.

Küchen-Betonmischer

Nach der Pause schlüpfte Breunig dann in die Rolle seines Alter Egos, Heinrich aus Odelmannshausen, der als Musiker gerade von einem "Dubba-Abend" kam, wobei er eben jenes Instrument mit sich trug. "Den Tupperabenden wird gerade vom Thermo-Mix der Rang abgelaufen", meinte er. Kein Wunder. Könnte damit die Frau doch Speisen zubereiten und der Mann sie als Zementmischmaschine verwenden, so dass jedem gedient sei.
Und so manchen Trend, der ach so modern daherkommt, habe es früher schon gegeben. "So wie das Koma-Saufen. Damals hieß dies bei uns: Sportvereinsausflug", so Breunig. Aufs Korn wurde auch die Kommunikation von Ehepartnern genommen, die im Alter abnehme: "Dies ist aber kein Problem, man kann sich mit Bemerkungen wie 'So, jetzt haben wir auch wieder gegessen' nach dem Mittagessen auch unterhalten".

Zuschauer auf der Bühne

Ein besonderes Merkmal von Breunigs Auftritten ist, dass er mit dem Publikum in Kontakt tritt. So holte er einige Zuschauer auf die Bühne, die über ihre Urlaubspläne berichteten. Einer dieser Gäste war ein Schlotfeger, der selbst den Schalk im Nacken hatte. Auf die Frage, wie die Kunden in seinem Bereich so sind, meinte dieser - ohne mit der Wimper zu zucken: "Ziemlich schwarz". Das Publikum genoss die Einlage und honorierte das mit großem Applaus.