Corona hatte in den letzten beiden Jahren einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber jetzt konnte sich wieder eine Delegation der Stadt auf den Weg machen, um in Berlin den Kissinger Sommer 2022 zu präsentieren. "Die Vorstellung des Kissinger Sommers in der Bayerischen Vertretung ist ein großes Privileg", betonte Kuratoriumsvorsitzende Dorothee Bär. "Nur wenigen Veranstaltungen wird diese Möglichkeit eingeräumt. Dabei ist der Abend auf sehr positive Resonanz gestoßen. 150 Gäste haben sich vom Intendanten Alexander Steinbeis, dem hochkarätigen Programm und der Stadt Bad Kissingen überzeugen und verzaubern lassen."

Dorothee Bär war nicht die Einzige, die die Gäste begrüßte. Innenstaatssekretär Sandro Kirchner würdigte den Regentenbau als Wahrzeichen der Stadt Bad Kissingen und die ausgezeichnete Akustik des Max-Littmann-Saals. Und er hob - an diesem Veranstaltungsort nicht überraschend - das Engagement des Freistaats für Bad Kissingen im Allgemeinen und den Kissinger Sommer im Besonderen hervor.

"Bei der Programmvorstellung ging es mir darum, anders als in Bad Kissingen, den Kissinger Sommer bei einem potenziellen, politischeren Publikum noch bekannter zu machen. Ich kann ja zum Glück durch meine 13 Jahre Arbeit beim Deutschen Symphonieorchester auf ein umfangreiches Netzwerk zurückgreifen. So konnte ich Mitglieder des Fördervereins des DSO einladen, die natürlich für uns potenzielles Publikum sind. Es waren auch Berliner Medien dabei: Tagesspiegel, ZDF, Deutsche Welle und viele Kolleginnen und Kollegen aus der Musikbranche." Es sei ihm, so Alexander Steinbeis weiter, "ein Anliegen gewesen, den Kissinger Sommer in all seiner Vielfalt und programmatischen Tiefe zu zeigen, verbunden mit dem Festivalgefühl, das wir erzeugen wollen mit neuen Formaten bis hin zum hohen Niveau der Engagements. Wir wollten klar machen: Was in Bad Kissingen zu erleben ist, ist einzigartig und nur dort zu finden."

Zwei Filme mit dabei

Hat sich die Reise für den Kissinger Sommer gelohnt? Dorothee Bär ist davon überzeugt: "Viele Menschen sehnen sich nach Hochkultur, und wir konnten zeigen, dass diese nicht nur in den Metropolen, sondern besonders auch bei uns in Bad Kissingen stattfindet. Ich bin mir sicher, dass wir neben dem Festival auch beste Werbung für unsere fränkische Kultur- und Genussheimat gemacht haben." Und Alexander Steinbeis bestätigt: "Ja, auf jeden Fall! Aber was schade war: Normalerweise findet anschließend ein Empfang statt, bei dem alle bleiben. Das ging coronabedingt noch nicht. Deshalb mussten wir schauen, dass wir dem Publikum in den eineinhalb Stunden etwas Attraktives anbieten konnten."

Das waren unter anderem auch zwei Filme über das Festival und die Stadt als Weltkulturerbe. Das war aber auch der Beitrag "Bad Kissingen im Zeichen der Unesco - Dr. Dirk Vogel im Gespräch mit Alexander Steinbeis". Da konnte der Oberbürgermeister die Stadt noch einmal explizit über den Kissinger Sommer hinaus anpreisen und einen Bogen schlagen von den Heilquellen bis hin zu der neuen Verantwortung durch das Prädikat "Weltkulturerbe". Alexander Steinbeis: "Da ging es um einen Blick in die Zukunft, darum, wie die Stadt mit dem neuen Prädikat umgehen will." Für ihn war es ein gelungener Abend: "Ich glaube, dass das Ergebnis positiv ist. Er sollte motivieren, er sollte Lust machen. Und wir sind auch als Delegation geschlossen aufgetreten. Auch das ist angekommen."

Der Pianist Giorgi Gigashvili aus Georgien übernahm sozusagen den praktischen Teil der Festivalwerbung. Und auch er konnte von dem Abend profitieren, denn er fiel den anwesenden Veranstaltern und Agenturvertretern angenehm auf. Er spielte zur Einstimmung die C-Dur-Arabeske op. 18 und das Finale aus der 1. Klaviersonate von Robert Schumann sowie das b-Moll-Intermezzo op. 117 von Johannes Brahms. Damit warb er nicht nur für den Kissinger Sommer, sondern gleich auch für den Kissinger KlavierOlymp. Denn er war der Gewinner des Wettbewerbs im vergangenen Oktober - und er wird auch in diesem Sommer wieder zu hören sein - dann allerdings als Solist mit Orchester am 24. Juni.

Dieses Mal hatte die "Kissinger-Sommer-Karawane" sogar die Gelegenheit, für den großen Auftritt in Berlin zu üben. "Wir waren am Abend davor in Frankfurt und haben dort im Steinway-Haus - die Klavierbaufirma ist ein Partner des Festivals - den Kissinger Sommer 2022 vorgestellt", sagte Intendant Alexander Steinbeis. Allerdings in einem kleineren Rahmen als in Berlin. Aber auch das muss ein Erfolg gewesen sein.