"Ein Programm der Gegensätze" will Intendant Hermann Freibott zum dritten "Bad Bockleter Musikfrühling" bieten. An den drei Konzertabenden am Sonntag, 18. Mai, Mittwoch, 21. Mai, und Donnerstag, 29. Mai, ist vom Chorgesang bis zum Hammerklavier, vom Barock bis zur Moderne einiges im Programm. "Das Besondere ist die Mischung", sagt Freibott zu seiner Auswahl.

Beim "Chorkonzert plus" am Sonntag, 18. Mai, steht die Chorgemeinschaft St.
Georg aus Pressath im Landkreis Neustadt an der Waldnaab mit Musikern der "Jungen Deutschen Philharmonie" (Leitung Richard Waldmann) auf der Bühne des großen Kursaals. Solisten des Abends sind der Franzose Luc Durand an der Oboe und dem Englisch Horn sowie die Harfenistin Maria-Theresa Freibott.

Chor zur Eröffnung

Bei diesem Festivalauftakt steht "die Klangvielfalt menschlicher Stimmen in vier- bis zehnstimmigen Chorkompositionen" im Vordergrund, betont der Intendant. Geboten werden Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Gustav Mahler und Zeitgenössisches wie vom Litauer Vytautas Miškinis. Im Zeichen der Barockmusik und der "Klangwelt Mozarts" steht der zweite Konzertabend am Mittwoch, 21. Mai. Neben Musik von Wolfgang Amadeus Mozart wird Pianist Michael Günther aber auch Werke anderer Zeitgenossen wie Bruno Holzapfel oder Claude-Benighe Balbastre darbieten. "Wie zu Mozarts Zeiten" kommen die Besucher in den seltenen Genuss, alle Kompositionen in ihrem Originalklang am zeitgenössischen Hammerklavier und an dessen Vorläufer, dem Pantaleon, zu hören. "Früher wurde langsamer gespielt", sagt Freibott, "bei der damaligen Instrumententechnik ging es gar nicht anders."

Publikum wird gefordert

Gegensätzliches wird beim Abschlusskonzert am Himmelfahrtstag, 29. Mai, zu hören sein. Mit dem Streichtrio für Violine, Viola und Violoncello, einer zeitgenössischen Komposition des russlanddeutschen Pianisten Alfred Schnittke, wird das Publikum "vielleicht etwas gefordert". Hermann Freibott ist überzeugt: "Man darf nicht nur museale Musik bringen."

Freibott dirigiert an diesem Abend das in Bad Bocklet bekannte Kammerorchester "Sinfionetta Franconia". Den breiteren Geschmack wird das folgende Hornkonzert Nr. 2 aus der Feder Joseph Haydns mit dem 22-jährigen Kristian Katzenberger als Solisten treffen. Antonin Dvoraks "Serenade für Streicher in E-Dur" schließt nicht nur diesen Abend ab, sondern zugleich das diesjährige Festival.

Zufrieden mit "Farbtupfer"

"Der Bad Bockleter Musikfrühling ist eine kleine, aber hochwertige Veranstaltungsreihe, die sich nach zwei Jahren bereits bewährt hat", sagt Bad Bocklets Bürgermeister Wolfgang Back. "Stammgäste fragen immer wieder nach." Finanziell sei die Konzertreihe bisher "Null auf Null aufgegangen", sagt Kurdirektor Thomas Beck. Die Kosten von 10 000 Euro hätten in beiden Jahren durch die Unterstützung "großzügiger Sponsoren" und durch Eintrittsgelder ausgeglichen werden können. Allerdings sei das Marketing dabei nicht berücksichtigt, räumt der Kurdirektor ein. "Die spezielle Vermarktung des Festivals sehen wir als Teil des Jahresmarketings." Die Staatsbad GmbH sei bei dieser Konzertreihe ohnehin nicht auf Gewinn aus. Beck: "Das ist nicht zu schaffen." Denn schon die geringe Saalkapazität von nur 250 Plätzen setzt hier unverrückbare Grenzen. Der "Bad Bockleter Musikfrühling" war und ist deshalb als Teil des ganzjährigen Veranstaltungsreigens gedacht und zu betrachten. Für die Veranstalter steht aber fest: "Er ist ein Hochglanz-Farbtupfer im Bad Bockleter Kulturangebot."

Info Karten für die Konzerte gibt es bei der Kur- und Touristinformation Bad Bocklet, Tel.: 09708/707030, Email: info@badbocklet.de und an der Abendkasse. Beginn der Veranstaltungen ist jeweils um 19.30 Uhr im großen Kursaal.