Um die 5000 bis 6000 Leute strömten auf den Truppenübungsplatz, schätzt Hauptmann Peter Memmert. Am Volkswandertag, der heuer zum 40. Mal begangen wurde, nahmen allein rund 2100 Wanderer teil.

Eröffnet wurde das Superwochenende mit einer kleinen Feierstunde, die der Standortälteste und Kommandant des Truppenübungsplatzes, Oberstleutnant Roland Reckziegel, moderierte.
Die Blaskapelle unter der seit zehn Jahren bewährten Leitung von Ralf Gundelach - für sein Engagement erhielt der Dirigent bei der Eröffnung eine Auszeichnung - setzte den musikalischen Rahmen.

Mit einem kurzen Rückblick auf die 75-jährige Geschichte des Truppenübungsplatzes würdigte der militärische Schirmherr Brigadegeneral Joachim Berger die Entwicklung von 1938 bis heute. Den zeitlichen Löwenanteil habe die US-Army in den Jahren 1945 bis 1994 gehabt, erinnerte Berger. Zur Bevölkerung bestehe ein gut nachbarschaftliches Verhältnis.


Gutes Miteinander von Marktgemeinde und Militär
Dies konnte der zivile Schirmherr Landrat Thomas Bold (CSU) nur bestätigen: "Die militärisch-zivilen Verbindungen in Wildflecken und Hammelburg haben Tradition." Bold erinnerte an seinen Namensvetter Oberst Ulrich Bold, der vor 15 Jahren das Gefechtssimulations zentrum (GefSim) ins Leben gerufen hatte. Er begrüßte den ehemaligen Kommandeur Colonel Holland von der US-Army und erinnerte, dass 1959 auch Elvis Presley als übender Soldat auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken zu Gast war.

Bürgermeister Alfred Schrenk (SPD) wies auf das Zusammengehörigkeitsgefühl der Marktgemeinde Wildflecken und der Bundeswehr hin. "Zum 70-jährigen Bestehen haben wir schon einmal zusammen gefeiert", erinnert sich Schrenk später auf dem Fest. "Dieses Jahr ist es noch einmal 'ne Nummer größer." Die Organisation des Wilden Sommers, der traditionell in Verbindung mit dem "SaaleMusicum" gefeiert wird, leisten die Feuerwehr und der Musikzug Wildflecken. Zahlreiche Gewerbetreibende aus dem Ort bringen sich ein und trotzen den schweißtreibenden Temperaturen.


Realitätsnahe Vorbereitung für den Einsatz
Im GefSim ist es dagegen angenehm kühl. Tarnnetze verdunkeln die Räume, an der Wand hängen Landkarten, einige Namen stechen hervor. Mazar-e-Sharif. Kholm. Kunduz. "Train as your fight. Fight as your train (Trainiere wie im Kampf. Kämpfe wie im Training)", erklärt Oberstleutnant Uwe Tessenow den Sinn des GefSims. Telefon. Laptop. Zwei Handys liegen herum. So wird gekämpft im 21. Jahrhundert.



Ein Besucher lässt die Augen lange auf einer der Karten ruhen. "Da war ich schon", sagt er. Und dann erzählt der Mann, wie er als Handwerker in Kunduz die Situation im Camp erlebte. "Wenn man da rüber kommt ohne diese Vorbereitung, also ... " Er lässt den Satz unvollendet. Trotzdem sei der Einsatz für ihn positiv gewesen. "Die Lebenserfahrung war enorm."

Es gibt einen alten Landser-Spruch: "Lieber den Arsch voll Zwecken als einen Tag in Wildflecken". Eines ist klar, der Soldat, der diesen Satz prägte, war mit Sicherheit beim großen Jubiläumsfest nicht dabei. Sonst würde er sagen: "Selbst mit 'nem Arsch voll Zwecken, nichts wie hin nach Wildflecken!"