Forsttechniker Alfons Löser setzt die Motorsäge an, schneidet kleine Scheiben aus einem etwa 20 Zentimeter dicken Buchenstamm. Der Baum steht ziemlich schief, droht, auf Straße und Parkplatz in der Au zu kippen. So wie etwa 50 weitere Artgenossen. Sie müssen planmäßig gefällt werden, bevor etwas Schlimmeres passiert. Wie am 19.
April 2010, als ein Baum in der Au umkrachte und sechs Autos zum Teil total demolierte.

Die Stadt und Förster Axel Maunz haben nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage und Wochen sofort reagiert, eine Forstfirma engagiert, die die gefährlichen Bäume nun entnimmt.

Sie sind mit vier Mann und schwerem Gerät aus Burgsinn angerückt. Firmenchef Alfons Löser kennt den Hang an der Au schon. Auch im Herbst 2010 hat er hier ausgemistet.

Sofortmaßnahme

Bereits am Dienstag Vormittag hat er zehn Bäume gefällt. Hier war akut Gefahr im Verzug. Nun kommen die anderen Bäume dran. Auf eine Tiefe von 20 Meter alle, die nicht mehr standfest sind.

Auf der Straße in der Au steht Lösers Mitarbeiter Sebastian Gebert. Vor sich einen "Bauchladen" wie ein Modellflieger. Mit seiner Fernsteuerung kann Gebert den Traktor mit der Seilwinde bedienen, der gut 50 Meter oberhalb auf dem Waldweg zwischen Bildeiche und Klaushof steht. Zuvor hat Gebert ein Seil um den Baum gelegt, den Alfons Löser gerade sturmreif sägt. Gebert lässt die Seilwinde per Funk anlaufen, es kracht vernehmlich, als sich der Baum Richtung Hang neigt und schließlich fällt. "Die Bäume werden bewusst nach oben umgezogen, damit möglichst wenig auf die Straße fällt", sagt der Forsttechniker.

Mit Sicherungsposten

"Jetzt kommt die dicke Buche dran, da krachts", ruft der Sicherungsposten. Er passt auf, dass dann, wenn die Bäume umgezogen werden, niemand auf der Straße steht. Die ist zwar gesperrt, trotzdem kommen immer wieder Fußgänger und Radler vorbei. Auch ein Auto steht noch im Gefahrenbereich. Zugelassen ist es in Estland.
Löser und seine Mitarbeiter sind über Funk miteinander vernetzt. "Der fällt schräg", hört der Sicherungsposten aus seinem Funkgerät und hält respektvoll den nötigen Abstand ein. "Doppelte Baumlänge", wie er sagt.

Während Sebastian Gebert 50 Meter den steilen Hang zu seinem acht Tonnen schweren und 150 PS starken Traktor hochklettert, um ihn ein Stück weiter vorzufahren, erklärt Alfons Löser, dass es vor allem schwache Bäume sind, die gefällt werden müssen. "Die alten Bäume sind stabiler."

Wieder befahrbar

Löser und seine Leute haben sich fast bis auf die Hälfte der betroffenen Strecke vorgekämpft. Sie sind sicher, dass sie bis Donnerstag um die Mittagszeit fertig sind. Das heißt, ab Donnerstag Abend kann der Parkplatz in der Au wieder genutzt, die Straße freigegeben werden.