"Beim Gießen bin ich ein bisschen nass geworden, aber das macht gar nichts. Aber das Gemüse pflanzen und das Gießen war super. Es war schöner als Fernsehen." Für die vierjährige Lotta war der Kinder-Gartentag des Obst- und Gartenbauvereines (OGV) Reiterswiesen ein außergewöhnliches Erlebnis.
Mit 16 anderen Kindern im Alter zwischen drei und zehn Jahren durfte sie im Garten der Reiterswiesener OGV-Vorsitzenden Dagmar Kiesel Radieschen und
Möhren säen, Salat und Kohlrabi pflanzen - und natürlich auch die Saat und Pflanzen gießen. "Wir möchten mit dem Kinder-Gartentag die Kinder für den Obst- und Gartenbau sensibilisieren. Sie sollen, wenn sie das nächste Mal in eine Karotte beißen, sich erinnern, wo sie herkommt und was man alles tun muss, bis diese zum Verzehr geeignet ist", erläutert Dagmar Kiesel.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Siegbert Kiesel hat sie in ihrem Garten mit Stapelrahmen acht Hochbeete angelegt, auf denen die Kinder unter Anleitung säen und pflanzen durften. Nachwuchs, der Gartenkultur, Landesverschönerung, Heimatpflege, Natur- und Umweltschutz auf seine Fahnen schreibt, ist immer seltener geworden. "Mit dem Kinder-Gartentag sollten Eltern mit Kindern angesprochen werden, um so Interesse für den Gartenbau zu wecken und gleichzeitig die Natur erfahrbar zu machen", so die Vereinsvorsitzende.


Kinder sensibilisieren

"Dabei sollen Kindergartenkinder und Grundschüler die Möglichkeit haben, auf einigen vorbereiteten Hochbeeten Radieschen und Karotten zu säen oder Salat und Kohlrabi zu pflanzen und später auch selbst zu ernten." Gleichzeitig bestehe für die Kinder die Möglichkeit, immer nach ihren gepflanzten oder gesäten Schützlingen zu schauen und das Wachsen zu beobachten. Mit kleinen Steckbriefen zu den jeweiligen Pflanzen ausgestattet, konnten die Kinder nachlesen, wann zum Beispiel die Radieschen gesät, in welchem Abstand, wie tief die Samen eingebracht oder wie sie gepflegt werden.


Staunende Eltern

Auch für die begleitenden Eltern war einiges neu, vor allem mit welchem Elan und Begeisterung ihre Kinder bei der Sache waren. Etwas selbermachen, was man schon bei den Erwachsenen gesehen hatte - darin lag für alle Kinder einstimmig die Faszination. "Mir hat alles gefallen - aber am besten war für mich das Säen", erklärte der achtjährige Luis Kiesel. Für den gleichaltrigen Leon Gedau war das Pflanzen von Kohlrabi der große Hit. "Ich esse gerne Kohlrabi. Jetzt kann ich sie sogar selbst pflanzen", sagte er nicht ohne Stolz.
Viel Mühe hatten Dagmar und Siegbert Kiesel in die Vorbereitungen gesteckt. Während sich beide um die Kinder kümmerten, bewirteten andere Mitglieder des OGV die Eltern und standen für Fachsimpeleien zur Verfügung. "Ich habe mich ganz besonders gefreut, dass es im Raum Bad Kissingen so viele Kinder gibt, die sich für den Garten interessieren. Mit 17 teilnehmenden Kindern habe ich nicht gerechnet. Das übertraf meine Erwartungen. Es zeigt mir aber auch, dass wir im OGV Reiterswiesen im Hinblick auf Nachwuchswerbung auf dem richtigen Weg sind", betonte Dagmar Kiesel.
Nach getaner Arbeit gab es für die Kinder zum Abschluss ein besonderes Erlebnis. Auf einem mit frischen Erdbeeren drapierten Beet durften sie im Vorgriff auf die Erdbeersaison saftige, rote Früchte "ernten".