Nicht nur bei den Gästen, die einen Spaziergang zum Gradierwerk machen, kommt das Areal um den Runden Brunnen gar nicht gut an. Ein blauer Hydrant, eine desolate Holzhütte, Abbruchmaterial, und um das Ganze herum ein Bauzaun. Das soll sich bald ändern. Jetzt, nachdem die letzten Arbeiten am Runden Brunnen abgeschlossen sind, wollen Wasserwirtschaftsamt und Staatliches Bauamt bis zum Herbst dieses Jahres eine ansehnliche Anlage geschaffen und den Runden Brunnen wieder erlebbar gemacht haben.

Für die Brunnentechnik soll ein rund drei Meter hohes Häuschen entstehen, sagt Otto Gass vom Staatlichen Bauamt in Schweinfurt. Dieses Gebäude lässt auch die Möglichkeit offen, einen Kompressor einzubauen, um das von der Quelle mit nach oben geförderte CO2 (Kohlenstoffdioxyd) für therapeutische Zwecke abzufüllen - falls dies gewünscht wird.

Die Fassung der Quelle wird beibehalten, darüber kommt eine
gläserne Haube. Denn das regelmäßige Aufwallen des Brunnens ist ein einzigartiges Naturschauspiel und soll erlebbar bleiben, wie Otto Gass und Hartmut Holzheimer vom Wasserwirtschaftsamt versichern. Damit das CO2 , das eingeatmet tödlich sein kann, niemand gefährlich wird, wird es abgesaugt.

Glaskuppel mit Säulendach

Über der Glaskuppel stellen sich die Planer ein dem Namen des Brunnens entsprechendes rundes Dach vor, das von drei Säulen getragen wird. Da Quelle und Technikbereich gut 14 Meter auseinanderliegen, ist die Verbindung über ein Flachdach aus Beton vorstellbar. "Möglichst zurückhaltend", sagt Gass, damit der Blick auf den benachbarten Gradierbau gewahrt bleibt. Der Beton des Daches soll nicht glatt sein, sondern aufgeraut. "So, wie am Treppenabgang des Hochwasserschutzes zwischen Kurgarten und Lindesmühlpromenade", sagt Gass.

Damit die Besucher nicht ratlos und ohne Informationen vor dem Runden Brunnen stehen, sollen Vitrinen über die Eigenarten der Quelle Aufschluss geben. Denkbar wäre laut Erwin Full vom Staatlichen Bauamt auch eine Information über einen Bildschirm. Dieser könnte zum Beispiel die aktuelle Temperatur des Wassers und in Form einer Fieberkurve die Aktivitäten der Quelle aufzeigen.

Was alles verwirklicht werden kann, muss das Finanzministerium entscheiden, die Kostenberechnung läuft gerade. Das Technikgebäude und die Kuppel über der Quelle sind laut Gass aber auf jeden Fall nötig. Und obwohl sich die Pläne erst im Anfangsstadium befinden, soll die Anlage bis zum Herbst dieses Jahres fertig sein.

Ein Weg zur Erklärung

Zu dieser Anlage wird auch ein Weg gehören, der am Parkplatz der ehemaligen Kalk-Klinik beginnt. Er wird mit rund 90 Metern genau so lang sein, wie der Runde Brunnen tief ist. Anhand von Bohrkernen und Info-Tafeln wird es möglich sein, die Gesteinsschichten zu zeigen, durch die der Brunnenschacht führt, so dass der Besucher nicht nur zum Brunnen, sondern in übertragenem Sinne sogar in den Brunnen spazieren kann.