Was teilt Roland Metzler aus Eltingshausen mit Fritz Walter, Max Morlock und Seppl Herberger? Der Name des Stadions ihrer Wirkungsstätte erinnert an ihre Verdienste um den Fußball.

Nun gut, ein Stadion ist der Roland-Metzler-Sportpark in Eltingshausen nicht ganz: Aber ein rund 20 000 Quadratmeter großes Sportgelände mit zwei Fußball- und drei Tennisplätzen, einem Mini-Spielfeld samt Spielplatz für die Kleinen der rund 500 Mitglieder des FC Frankonia Eltingshausen. Zum Reich des Roland Metzler gehört natürlich noch ein Vereinsheim mit Nebengebäuden, Garagen und Parkplätzen.

Auf der Eltingshäuser Höhe am Rand des Industriegebiets "Gründlein" trägt ein engagierte Vorstand, die Schar treuer Helfer und aktiver Mitglieder das Vereinsleben und führen Sportgeschichte, die in Eltingshausen 1912 begann, erfolgreich fort. Dass das Gelände tadellos gepflegt dasteht, ist natürlich nicht nur dem Platzwart zu verdanken. Ohne Roland Metzler, dem "Mädchen für alles" bei Frankonia, aber auch gar nicht vorstellbar.

Beinbruch als Karriereende

Schon die Eltern haben sich beim Verein stark engagiert und erlebt, dass auch Sohn Roland da hineinwächst. Bereits mit 14 wurde er als Vereinsdiener gewählt, trug der aufgeweckte Junge Einladungen und Mitteiligen des Vereins im Dorf aus.

Natürlich hat er auch Fußball gespielt. Dreißig Jahre lang. Schüler-, Jugend-, 1. und 2. Mannschaft, dann Kicken bei den "Alten Herren". Bis 1984, dann war es vorbei. "Von einem auf den anderen Tag", erzählt Metzler.

Mit 37 Jahren hatte er noch einmal in der 2. Mannschaft ausgeholfen und zog sich dabei einen Schienbeinbruch zu. "Mit schlimmen Folgen", erinnert er sich an seine Leidenszeit. "Das genagelte Bein wollte nicht heilen. Monate war ich im Krankenhaus. Es drohte die Amputation". Der leidenschaftliche Fußballer versprach seiner Familie: "Wenn das Bein dranbleibt, spiel ich kein Fußball, mehr". Das Bein konnte gerettet werden.

Platzwart statt Kicker

Aber ohne den Verein, das ging einfach nicht. Noch während seiner aktiven Zeit war Metzler schon Platzwart und das ist er bis heute geblieben, mäht die Plätze bis zu 70x im Jahr. "Früher mit Muster" lacht der rüstige Rentner, der zum Gespräch im Vereinsheim das FC T-Shirt unterm Sacco trägt.

Seit über 50 Jahren Schriftführer, archiviert er in seinem Haus alles über den FC.

Die Ämter,- Aufgaben,- und Ehrungssammlung des im 1947er Nachkriegsjahrgangs geborenen Eltingshäusers ist beachtlich. Platzwart, Technischer Leiter Sportheim, aber auch Ehrenmitglied, DFB-Sonderehrung für Ehrenamtliche, Sportler Ehrenbrief des Landkreises, Auszeichnung der Gemeinde Oerlenbach.

Selbstverständliches Eintreten für die Gemeinschaft, das hat er wohl vom Vater übernommen. Dessen Engagement für den Sportverein gipfelt in der Tatsache, dass beim gleichzeitigen Bau von Sportheim und dem Eigenheim des Sohnes, zuerst das Sportheim fertiggestellt werden musste. Dorthin geht Roland Metzler noch heute täglich. "Ich habe meinen Spaß daran, nach wie vor" sagt er "und wenn's im Sommer nachts regnet, dann geh ich schon mal um 4 Uhr auf den Platz und stell die Sprinkler Anlage ab. Man spart ja, wo man kann".

Am Sportplatz zuhause

Wie sehr er mit dem Sportplatz verbunden ist, beschreibt diese kleine Geschichte. Als er wieder mal beim Spiel einem kleinen Mädchen eine Bratwurst in die Hand drückt und dieses ihn duzt, fragt die Mutter, woher kennst Du denn den Roland: Das Mädchen antwortet: "Der wohnt doch da".

Obwohl er täglich mit Sauerstoffgerät schlafen muss, ist Roland Metzler voller Energie und erklärt bestimmt: "Solang ich's machen kann, mach ich's! Familie und die verständnisvolle Gattin tragen - da selbst im Verein engagiert - den täglichen Kontrollgang zum Sportgelände mit: "Da wissen sie wenigstens, wo ich bin", lacht das FC Urgestein verschmitzt und schiebt noch eine treffende Geschichte nach.

Von der Namensgebung für das Sportgelände wusste er vorher nichts. Zu seinem 70. Geburtstag sollte sie fertig angebracht sein, aber jedes Mal, wenn die Helferschar sich traf, um die sechs Meter lange Werbebande anzubringen, tauchte natürlich auch der Platzwart in Persona auf. So kam es wie es kommen musste: "Beim Befestigen des Schriftzugs "Roland-Metzler-Arena" habe ich selbst mit angepackt, lsagt der nimmermüde Sportfunktionär und lacht.

Wer kennt noch weitere engagierte Helfer?

Aufruf Kennen auch Sie einen "stillen Helden" oder eine "stille Heldin", die unbedingt porträtiert werden sollte? Also Menschen, die in ihrem Ort hinter den Kulissen ehrenamtlich fleißig sind und praktisch nie im Rampenlicht stehen? Wir suchen den unermüdlichen Vereinsmenschen, den Tafel-Helfer, den Bratwurst-Griller vom Sportplatz, den Studenten, der in Corona-Zeiten für die Nachbarn den Einkauf erledigt ... Wenn Sie so einen Menschen kennen, schreiben Sie uns. Und keine Sorge: Selbstverständlich nehmen wir zu der Person zunächst Kontakt auf und fragen, ob sie für ein Interview zur Verfügung steht.

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