Online-Schulungen über Zoom, Koordination über soziale Netzwerke, Veränderungen im Übungs- und Einsatzwesen, abgestimmte Hygienekonzepte, Reduzierung der geselligen Aktivitäten und trotzdem volle Einsatzbereitschaft - neue Begriffe und Herausforderungen brachte das zweite Pandemie-Jahr für die Kissinger Wehr. Wie die Mannschaften um SBI Harald Albert diese veränderten Rahmenbedingungen im Jahr 2021 meisterten und dabei noch 360 Einsätze mit 6127 Einsatzstunden absolvierten, zeigten die Berichte bei der diesjährigen Mitgliederversammlung.

"Viel Arbeit und nicht alltägliche Ereignisse" - damit umriss Kommandant Harald Albert das Jahr 2021. "Die an uns gestellten Aufgaben wurden bewältigt, weil jedes einzelne Mitglied der Feuerwehr ehrenamtlich Zeit und Arbeitskraft zur Verfügung stellte." Seit 30 Jahren steht Albert an der Spitze der Wehr, ist seit 18 Jahren Stadtbrandinspektor und seit zwölf Jahren Stadtbrandmeister und führt eine Wehr mit 208 Mitgliedern, darunter 75 Feuerwehrleute, zehn jugendliche Feuerwehranwärter und acht Kinder.

58 Löscheinsätze

Im vergangenen Jahr rückte man zu 58 Löscheinsätzen, zu 158 technischen Hilfeleistungen und zu 87 Fehlalarmierungen aus; darüber hinaus absolvierte man noch 53 Sicherheitswachen und zahllose Besprechungen auf vielen Ebenen. Personeller Schwerpunkt war die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal, wo Kissinger Mannschaften 18 Tage im Einsatz waren. Ansonsten ging es von der Fahrzeugbergung im unwegsamen Gelände bei den Wichtelhöhlen, über Personenrettung mit der Drehleiter bis zum Löschen von brennenden Lkw oder Papierkörben.

Dass diese vielfältigen Aufgaben und Einsätze nicht ohne konsequentes Üben zu bewältigen ist, belegte Stadtbrandmeister Michael Wolf - und die Vorbereitungen darauf fanden in der ersten Hälfte des Jahres 2021 online statt: Über Zoom oder Teams wurden die Grundlagen gelegt, die später intensiv in der Praxis eingeübt wurden.

Lob gab es für die Ausbilder um die beiden Zugführer Marco Albert und Andreas Kröber, die kreativ und kurzweilig die Übungseinheiten planen. Für Wolf ergaben sich bei einer kleineren Gruppenstärke auch qualitative Vorteile für die Übungssequenzen bei Fahrzeug- und Gerätekunde sowie für Absturzsicherung oder Atemschutzbelastung.

Im Rahmen einer Aktionswoche wurde eine realitätsnahe Großübung im ehemaligen Winterstein-Sanatorium absolviert, wobei die angenommenen Szenarien die Einsatzkräfte an ihre Grenzen führte.

Schriftführer Philipp Nosko berichtete über die sonstigen Aktivitäten des Jahres 2021. Jugendwart Denny Heinsmann erwähnte die 21 Übungseinheiten der Feuerwehranwärter, die teils virtuell und teils real absolviert wurden. Mit vier Neuaufnahmen habe man zehn Jugendliche, die nach und nach der aktiven Wehr zugeführt werden.

"Es war wenig los", stellte Kassier Gerhard Hering in seinem Bericht fest, und damit meinte er die geringen Umsätze bei den Einnahmen und Ausgaben, aber trotzdem ergibt sich eine gesicherte Finanzlage für die Wehr. Die Kassenprüfer bestätigten, dass alle Vorgänge satzungsgemäß waren und übersichtlich dargestellt wurden. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

Ehrungen

50 Jahre Vereinstreue: Klaus Speyer

40 Jahre: Wolfgang Hippler

Silbernes Ehrenabzeichen erhielt Marco Albert für überdurchschnittliches Engagement auf vielfältige Weise

Dienstaltersabzeichen:

40 Jahre: Helmut Schmidt 30 Jahre: Andreas Kröber, Michael Wolf

Verabschiedung aus dem aktiven Dienst: Rainer Schmitt, unter anderem Gerätewart und Ausbilder kws