Immer wieder spontaner Szenenapplaus und lang anhaltender Beifall am Schluss belohnte die Laienspieler des TSV Oerlenbach, die in diesem Jahr die Komödie "Graf Lobster gibt sich die Ehre" präsentierten.

"Die Generalprobe haben wir ganz schön verpatzt", erzählt Matthias Besler. Er ist seit vielen Jahren dabei und verkörpert diesmal einen Marmeladenfabrikanten, dem im Leben fast nichts erspart bleibt. "Die Premiere aber passte perfekt. Es hat uns allen sichtbar Spaß gemacht. Die vielen Proben haben sich ausgezahlt. Von Anfang an lief das Stück wie am Schnürchen, zumal die Besucher so toll mitgemacht haben", ergänzt er und ist zuversichtlich: "Die nächsten Vorstellungen dürfen kommen.
Wir jedenfalls freuen uns schon darauf."

Fabrikant für Marmelade

In dem Stück ging es vor allem um das Geld und darum, wer wen heiraten möchte und wer schließlich wen am Ende bekommt. Im Mittelpunkt steht Konstantin Kirschkern (Matthias Besler), ein erfolgreicher Marmeladenfabrikant, den vor Jahren seine Frau Victoria (Nadja Hrubesch) wegen eines jüngeren Mannes mit den drei Töchtern allein gelassen hatte. Von Beginn an legt Kirchkern mit cholerischem Temperament los, um Kinder und Dienstboten auf Vordermann zu bringen. Er hat sich in den Kopf gesetzt, seine älteste Tochter Mirabell (Conny Seitz gräflich zu verheiraten, unwissend, dass diese sich bereits heimlich verlobt hat.

Starrköpfig, rechthaberisch und aufbrausend müssen alle nach seinem Kommando tanzen. Selbst die Gouvernante und Hausdame Olivia (Gabi Heinrich) kann den Haustyrannen, den ständig neue eingebildete Krankheiten plagen, nicht beruhigen. Hausarzt Professor Würming (Nico Rogge) nutzt die Situation schamlos mit ständig neuen Rechnungen für seine Untersuchungen aus.

Kindischen Sohn disziplinieren

Kirschkern hält unbeirrt an seinem Plan fest. Das Gelächter ist groß, als die gräflichen Herrschaften erscheinen. Die Gräfin (Yvonne Kleinhenz), die mit Fremdwörtern wie Botatik, Regina Pectoris, Subsekten und Placenta-Tabletten auf Kriegsfuß steht, will ihren kindischen Sohn Karl-Kuno (Jonas Kiesel) disziplinieren, der bestrebt ist, so dumm wie nur möglich zu scheinen. Über ihn und sein Outfit mit Stofftier Tussi machen sich die beiden jüngeren Töchter Kirchkerns Delice (Nicole Büttner) und Kiwi (Katrin Thunig) lustig.

Mit in die Turbulenzen werden Gärtner Friedrich, den Kirschkern kurzerhand zum Butler James befördert, und Köchin Verona (Anja Mützel) einbezogen. Plötzlich taucht Kirschkerns Exfrau - als Bettlerin verkleidet - auf. Als zu allem Unglück auch noch der "Goldene Apfel", eine wertvolle Trophäe, auf die Kirschkern mächtig stolz ist, verschwindet, nimmt die smarte Polizistin Olga Karlowa (Sandra Düsel-Wehner) die Ermittlungen auf.

Was am meisten überrascht, ist, dass der scheinbar minder bemittelte Graf Lobster alles andere als ein Dummer ist. Er hat sich in all den Jahren nur verstellt, um sich den Drangsalierungen seiner Mutter zu entziehen. Deren Pläne, über den reichen Kirschkern das eigene Schloss zu sanieren, platzen.

Die Gäste erlebten eine amüsante, gelungene und gekonnt inszenierte Darbietung, bei der die einzelnen Rollen wie auf den Leib geschnitten waren. Geschickt führte Andreas Schmitt Regie. Ihm zur Seite standen als Maskenbilderinnen Ingrid Nöth und Graziella Katzenberger, als Souffleusen Barbara Kiesel und Angela Koch sowie Thomas Mützel für das Bühnenbild, das Möbel Angermüller (Bad Neustadt) mit Leihgaben unterstützte. Die Vorstellung förderten örtliche Unternehmen.



Termine Wer das Stück sehen möchte hat am Freitag, 28. Dezember, ab 19.30 Uhr und am Samstag, 29. Dezember, bereits ab 18.30 Uhr jeweils im Pfarrheim noch Gelegenheit dazu.

Karten Für beide Vorstellungen gibt es an der Abendkasse noch Karten. Vor allem der Samstag ist aber sehr gefragt, denn diese Aufführung bildet den Schlussakkord mit Feuerwerk zum 100-jährigen Bestehen des TSV Oerlenbach.