Die Schlagzeilen sind bekannt: Vor allem in Ballungsbebieten erreichen die Mieten inzwischen schwindelnde Höhen, andererseits haben einige Länder die Bundesmittel für den Sozialen Wohnungsbau zweckentfremdet. Wo können sich die Menschen das Wohnen noch leisten? "In Bad Kissingen", ist sich der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Gewo, Gerhard Schneider, sicher.

Die Gewo ist Träger im Sozialen Wohnungsbau. Ziel ist es laut Schneider, für Menschen, die preisgünstigen Wohnraum suchen oder suchen müssen, Wohnungen zur Verfügung zu stellen. So lautet Paragraph 1 der Satzung denn auch: "Zweck der Gesellschaft ist vorrangig eine sichere und soziale Wohnungsversorgung der Bevölkerung".


Viele Sanierungsmaßnahmen

Obwohl die Gewo auch über ältere Objekte gebietet: "Wir versuchen generell, guten Wohnraum zur Verfügung zu stellen", sagt Schneider. Davon zeugten laut Geschäftsführer die zahlreichen Sanierungsmaßnahmen ebenso wie Neubauten: "Wir haben einen Bestand, der immer wiedere erweitert wird."

Einen Mietspiegel gibt es laut Schneider für Bad Kissingen nicht. "2012 betrug die Durchschnittsmiete für die Gewo-Objekte 4,04 Euro pro Quadratmeter." In Sachen Bezuschussung durch öffentliche Mittel scheint sich die Gewo keine Sorgen machen zu müssen. "Wir hatten noch keine Probleme, Zuschüsse zu bekommen," sagt der Geschäftsführer. Allerdings bedingen die Fördergelder Miet-Obergrenzen. Und: "Für zweckgebundene Wohnungen verlangen wir einen Einkommensnachweis."


Immer wieder etwas frei

Gewo-Wohnungen werden immer wieder frei. Laut Gerhard Schneider hat die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft eine Fluktuation von zehn Prozent pro Jahr, die Wiederbelegungsquote betrage 100 Prozent. Zwar habe die Gewo oft mehr Anträge, als Wohnungen zur Verfügung stehen. Doch es gebe moderate Wartezeiten. Schneider spricht von zwei bis drei Monaten.

Die Gewo arbeitet nicht gewinnorientiert. Die jährlichen Gewinne von bis zu 30 000 Euro werden laut Geschäftsführer in die Objekte gesteckt oder für größere Maßnahmen zurückgestellt: "Wir reinvestieren das, was wir über die Mieten hereinbekommen."


Angebot der Genossenschaft

Doch günstigen Wohnraum gibt es auch anderswo. Zum Beispiel bei der Siedler- und Wohnungsbaugenossenschaft Bad Kissingen Stadt und Land. "Wer eine günstige Wohnung sucht, kann immer bei uns anfragen", sagt Geschäftsführer Alexander Koller, "auch wenn keine mit öffentlichen Mitteln geförderten Sozialwohnungen dabei sind."

Der Gang zum Makler kann ebenfalls zum Erfolg führen, wie Bernd Matthes von Büro Matthes & Schießer versichert. "Es lohnt sich auf jeden Fall, auch zum Makler zu gehen", sagt Matthes, schließlich hätten diese alles im Angebot - von günstig bis teuer, und die Möglichkeit, gezielt günstige Wohnungen zu suchen.
Gerhard Schneider bringt die aktuelle Lage so auf den Punkt: "Es muss niemand befürchten, in Bad Kissingen keine bezahlbare Wohnung zu finden."


Der Weg zur Sozialwohnung

Zahlen
Die Gewo wurde 1950 gegründet. Gesellschafter sind die Stadt (75 Prozent) und die Sparkasse 25 Prozent). Insgesamt gebietet die Gewo über 71 Häuser und 603 Wohnungen Rund 1200 Mieter profitieren von fast 40.000 Quadratmetern Gesamtwohn- und Nutzfläche.

Antrag Wer eine Sozialwohnung haben möchte, wendet sich laut Horst Geier von der Stadtverwaltung zunächst beim städtischen Wohnungsamt und lässt sich registrieren. Dort wird er im Allgemeinen auf eine Warteliste kommen. Anschließend gilt es, eine Wohnberechtigung im Bauamt zu beantragen. Dabei muss der Bewerber seine persönlichen Verhältnisse offenlegen. Einem Vier-Personen-Haushalt zum Beispzek stehen 90 Quadratmeter zu. Höchstgrenze beim Brutto-Einkommen sind für einen Vier-Personen-Haushalt 26.200 Euro jährlich. Allerdings gibt es verschiedene Freibeträge, die dann nochvom Bruttogehalt abgezogen werden.