Der Münnerstädter Umweltreferent Klaus Schebler sorgt sich um einen Teil der historischen Friedhofsmauer. Der betroffene Mauerteil liegt innerhalb des Geländes und teilt bis heute den historischen alten vom neuen Teil der Anlage. Nachdem dort die Efeu-Umrankung entfernt wurde, zeigen sich seiner Ansicht nach massive Schäden. Er plädiert für eine Sanierung und hat dazu einen Antrag an die Stadt gestellt. Außerdem appelliert er dafür, die an die Mauer angebauten dekorativen Grabdenkmäler soweit möglich zu erhalten. Entlang der Mauer stehen Gedenkstätten, die deutlich über 100 Jahre alt sind.

Nach schlechten Erfahrungen mit Efeu in den Friedhöfen von Burghausen und Fridritt hatte Klaus Schebler zur Vorsicht auch den an einem Teilstück der Münnerstädter Friedhofsmauer rankenden Efeu entfernen lassen. Wie er befürchtet hatte, war das Mauerwerk von dem rankenden Gewächs durchwurzelt. "Das wird nicht billig", stellt Klaus Schebler in einem Gespräch mit dieser Zeitung fest. Er wisse aus der Erfahrung vorheriger Maßnahmen, was das kostet. Schebler verschweigt nicht, dass es vereinzelt auch kritische Stimmen gegeben hatte, weil das Efeu entfernt wurde. Er verteidigt die Maßnahme. Um Schäden zu vermeiden, müsse die Pflanze radikal entfernt werden. Es gebe auf dem Friedhof für die Vogelwelt ausreichend alternative Brutplätze, ist er der Überzeugung.

Schebler sieht Handlungsbedarf, auch wenn die Mauer nicht gleich in diesem Jahr restauriert werden müsse. Er habe den Antrag bereits jetzt gestellt, damit die Stadtverwaltung die Kosten und mögliche Zuschüsse ermitteln könne. Schebler geht davon aus, dass die Mauer unter Denkmalschutz steht. Auch das müsse in Erfahrung gebracht werden. Laut Denkmalliste steht der historische westliche Teil des Friedhofes mit den Grabdenkmälern aus dem 19. Jahrhundert in seiner Gesamtheit unter Schutz.

Ein ungeklärtes Thema ist für Klaus Schebler auch die Frage, wie dauerhaft die historischen Grabdenkmäler in diesem Bereich erhalten werden können. Er verweist beispielsweise auf eine markante,weiße Engelsfigur, die von Flechten überzogen ist. Diese müsste zumindest gereinigt werden. Für Klaus Schebler sind diese Grabstätten aufgrund ihrer Größe und künstlerischen Ausgestaltung erhaltenswert. Die Stadt sollte erwägen,wenn es keine Nachfahren mehr gibt, für den Erhalt dieser Denkmäler aufzukommen.

Bürgermeister Michael Kastl will sich im Laufe dieser Woche ein Bild von der Friedhofsmauer und ihrem Umfeld machen, um dann die Verwaltung mit der Prüfung beauftragen, teilte er auf Anfrage dieser Zeitung mit. Das Thema werde ebenso auf die Tagesordnung einer Stadtratssitzung kommen. Weil eine Ortseinsicht corona-bedingt nicht möglich ist, appelliert Klaus Schebler derweil an seine Stadtratskollegen, sich bei einem Spaziergang selbst ein Bild vom Zustand der Friedhofsmauer und der Grabdenkmäler zu machen.