Werbung für die Deutsche Bahn sieht anders aus. Der Bahnhof Ebenhausen ist ein Schandfleck und zudem noch äußerst umsteigefeindlich. Die Reisenden werden durch eine Unterführung gejagt, für Gehbehinderte und Menschen im Rollstuhl eine fast unüberwindliche Barriere. Zumindest Letzteres soll sich jedoch ändern. Die Bahn plant einen behindertengerechten Ausbau des Umsteige-Bahnhofes vor den Toren Bad Kissingens.

Vor kurzem ließ eine Mitteilung
der CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär aufhorchen. Sie kündigte an, dass der Ebenhäuser Bahnhof in den Genuss eines Programms kommt, das das Bundesverkehrsministerium ins Leben gerufen hat. Dieses Programm sieht umfangreiche Verbesserungen in Sachen Barrierefreiheit auf Bahnhöfen vor - auch in Ebenhausen.

Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn in München nun mitteilte, soll Ebenhausen eine neue Unterführung mit Rampen erhalten. Die Lage der Bahnsteige soll bestehen, die derzeit noch benötigten drei Gleise erhalten bleiben.

Noch kein Termin

Wann der Umbau verwirklicht wird, steht jedoch noch in den Sternen "Der Ausführungszeitraum richtet sich nach den Erfordernissen und dem Zeitbedarf im planrechtlichen Genehmigungsverfahren", heißt es seitens der Bahn Deshalb könne zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Termin bestimmt werden. Das Selbe gelte für die Kosten.
Bisher sieht es so aus, dass alle Reisenden, die den RegionalExpress aus Richtung Erfurt nutzen, durch die Unterführung müssen, so sie nach Bad Kissingen wollen. Gleiches gilt für die Fahrt in Gegenrichtung. Für gehbehinderte Patienten, die zur Reha in die Kurstadt kommen, ein fast unüberwindliches Hindernis. Doch auch Familien mit Kinderwagen tun sich derzeit noch extrem schwer.

Ob sich in Sachen Aufenthaltsqualität sowie Park & Ride auch etwas tun wird, scheint allerdings eher unwahrscheinlich. Wie mehrfach mitgeteilt und von der Bahn erneut bestätigt, befindet sich das Bahnhofsgebäude in Privatbesitz und steht derzeit zum Verkauf. "Auf das Empfangsgebäude hat die geplante Maßnahme keinen Einfluss", sagt die Bahn. Das bedeutet wohl, dass die Reisenden auch in Zu8kunft mit ein äußerst unerfreulichen Umfeld leben müssen.

Gemeinde gefordert

Auch der Bahnhofs-Vorplatz, der bei Regen eher einer Matsch-Suhle gleicht, ist kein Bahneigentum und kein Projekt-Bestandteil. "Für die Verbesserung in Form des Baus einer Park & Ride-Anlage müsste die Gemeinde tätig werden, da es auch deren Zuständigkeit ist", lässt die Bahn kurz und bündig wissen.