Seit April 2019 hat die Blaskapelle Ebenhausen kein richtiges Konzert mehr gespielt. Umso größer war die Freude bei den Musizierenden und den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, die sich im schönen Garten des Ebenhäuser Pfarrhauses zur "Sommerserenade" einfanden.

Seit Beginn der Coronapandemie war dies die erste "eigene" Veranstaltung der Ebenhäuser Kapelle, nachdem schon zwei Konzerte ausfielen. Die Sommerserenade musste, wie auch alle anderen Auftritte und teils die Musikproben, im Freien stattfinden. Als nach dem Lockdown wieder geprobt werden durfte, hat die Blaskapelle wegen der Abstände mal in der Turnhalle, dann im Freien und zuletzt in einem Saal geprobt. Nachdem nun endlich die Ebenhäuser Turnhalle wieder frei ist, können die Musikproben weiterhin dort stattfinden. Irgendwann kommt dann hoffentlich die Rückkehr in die vereinseigenen Räumlichkeiten ins Alte Rathaus Ebenhausen.

Viel Vorarbeit

Viel Mühe gegeben haben sich die Helfer mit dem Herrichten des lange Zeit ungenutzten Pfarrgartens. Es wurde Gras gemäht, Hecken gestutzt, Absperrungen und ein Verkaufsstand aufgestellt. Tische und Stühle wurden herangeschafft und dekoriert und mit gekonnter Beleuchtung für ein stimmungsvolles Ambiente mit Schloss und Pfarrhaus im Hintergrund gesorgt. Um 19 Uhr öffnete die Veranstaltung für die Besucher ihre Pforten. Die meisten waren gut darauf eingestellt, dass es nach Sonnenuntergang schnell kühler wird und waren mit wärmenden Sitzkissen und Decken versorgt.

Notenkiller am Start

Die Serenade begann - wie schon Tradition bei den Konzerten - mit einer Einlage der Notenkiller, der Nachwuchskapelle der Blaskapelle Ebenhausen unter der Leitung von Richard Dees. Die Nachwuchsarbeit der Ebenhäuser Blasmusik wurde 2021 erneut mit dem Junior Award des Nordbayerischen Musikbundes ausgezeichnet. Erfolgreich waren in den letzten zwei Jahren Paul Dees sowie Rebekka und Christian Plescher, die das bronzene Musikerleistungsabzeichen, das sogenannte D1-Abzeichen, sowie Anna Brustmann und Rebecca Schubert, die das silberne Musikerleistungsabzeichen oder D2 ablegten.

Der Vorsitzende des Musikvereins , Matthias Dees, betont: "Grundstock für unser Orchester ist eine starke Jugendausbildung. Aber auch diese hat während der Corona-Zeit stark gelitten." Gerade die musikalische Früherziehung für die Allerkleinsten konnte so gut wie gar nicht stattfinden und auch die Instrumentalausbildung teilweise nur durch einen innovativen Online-Unterricht am Leben erhalten werden.

Ablösung für Isabell Liebler

Nach einigen Stücken der Bläserjugend übernahm die Hauptkapelle mit ihrem neuen Dirigenten Jürgen Kunkel. Er löste im Frühsommer Isabell Liebler ab, die die Ebenhäuser Kapelle seit 2014 musikalisch gut im Griff hatte. Isabell Liebler war für die Blaskapelle ein echter Glücksgriff, da sie nicht nur Dirigentin der Hauptkapelle, sondern auch Leiterin der musikalischen Früherziehung und der Blockflötenausbildung, Ausbilderin für Klarinetten und Saxofone sowie Dozentin im Schulprojekt WIM (Wir musizieren) war. Wenn jemand an so vielen verschiedenen Stellen eingesetzt ist, dann ist der Schock umso größer, wenn er oder sie aufhört.

Glücklicherweise sind inzwischen fast alle Stellen im Musikverein wieder besetzt und Isabell Liebler wurde nach einem Abschiedsdirigat des Stückes "Ein Leben lang" mit der Ebenhäuser Musikertracht als Abschiedsgeschenk im Gepäck in ihren neuen Wirkungskreis Karlstadt und Lohr entlassen. Sie bedankte sich bei ihren Musikerinnen und Musikern und wünschte ihnen "ein Leben lang ganz viel Spaß am Musik machen".

In Ebenhausen eingeführt

Anlässlich der Sommerserenade konnte endlich der neue Dirigent Jürgen Kunkel erstmals "richtig" bei der Ebenhäuser Bevölkerung eingeführt und vorgestellt werden. Bereits Anfang 2020 hat die Blaskapelle von den Plänen Lieblers erfahren, sich aus privaten und beruflichen Gründen einen neuen Wirkungsbereich zu suchen. Seitdem lief die Suche nach einer neuen Dirigentin oder Dirigenten und man wurde schnell in Hammelburg bei Jürgen Kunkel fündig. Eigentlich sollte dieser bereits im Sommer 2020 anfangen, aber aus bekannten Pandemie-Gründen hat sich dies verzögert.

Die Stücke, die Jürgen Kunkel als Dirigent für seine neue Kapelle ausgesucht hat, boten einen schönen Querschnitt durch die traditionelle und moderne Blasmusik. Zwischen flotten Märschen, getragenen Stücken und modernen Pop-Klassikern konnte er seine Qualitäten als Moderator unter Beweis stellen.

Bevor es im Pfarrgarten zu kalt wurde, gab es noch Hinweise auf die bevorstehenden Veranstaltungen der Blaskapelle: Am 3. Oktober spielt sie im Waldbiergarten Almrösl in Schweinfurt und am Wochenende 9. bis 11. Juli 2022 wird sie ihr 70-jähriges Jubiläum zusammen mit dem 100-jährigen Jubiläum des Sportvereins mit einem großen Doppeljubiläumsfest feiern. Als besonderes musikalisches Schmankerl wird dort "Viera Blech", ein bekannte Tiroler Band um den Komponisten Martin Scharnagel aufspielen.