Kultourismus veranstaltet Anfang Juli wieder ein großes Stadtfest. Die Verantwortlichen organisieren das Fest, auch wenn im Vorfeld jede Menge organisatorischer Aufwand zu bewältigen ist, das Wochenende selbst ein knackiges Stück Arbeit für die Helfer bedeutet und am Ende meist gar kein Gewinn wartet. Doch Kultourismus-Leiterin Inge Bulheller und Bürgermeister Helmut Blank freuen sich jedes Jahr wieder, wenn die ersten Plakate gedruckt sind und ein Programm steht.

Das Plakat ist fertig. Es ist eine Neuauflage aus den 80ern, erläutern Bürgermeister Blank und Inge Bulheller. Peter Hina hat schon damals das Plakat mit dem markanten "M"das Stadtfest " Musik und Märkte" gestaltet. Jetzt wurde es neu aufgelegt. "Wir haben den Entwurf dem Sanierungsbeauftragten vorgelegt und dem hat es gefallen", betonte Helmut Blank. Dieses knallige, große "M" soll künftig immer erscheinen, wenn für Veranstaltungen der Stadt oder Kultourismus geworben wird. "Es ist ein Design, das sich vermarkten lässt", ergänzt Inge Bulheller.

Das Stadtfest läuft wieder über drei Tage. Dabei sind die Klassiker wie Tag der Betriebe oder das Blasmusiktreffen am Sonntag. Am Samstagabend feiert die Oldie-Band "The Jets" gleichzeitig auch ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Geplant ist sogar, dass das Fernsehen dazu in Münnerstadt drehen wird.

Noch Ideen gesucht

Wichtig ist den Organisatoren, dass ins Programm örtliche Gruppen einbezogen werden. "Zu 90 Prozent sind es Münnerstädter, die das Programm mitgestalten", betont Inge Bulheller. Nur für den Samstagnachmittag fehlt noch eine echte Zugnummer. Man habe überall angefragt, aber keine Zusagen erhalten. Wer eine Idee für den Nachmittag ab 16 Uhr hat, kann sich bei Inge Bulheller melden.

Aufwendig sind auch in diesem Jahr wieder die Sicherheitsvorkehrungen. Die strengen Jugendschutzbestimmungen machen dem Veranstalter ganz schön zu schaffen. Deshalb wird wieder ein professionelles Unternehmen damit beauftragt, für die Einhaltung der Bestimmungen zu sorgen. Die hätten darin mehr Erfahrung, weiß Inge Bulheller. Blank und Bulheller nehmen die Sache durchaus sehr ernst. Sie wollen nicht zu einer Geldstrafe verdonnert werden, nur weil der Jugendschutz nicht richtig kontrolliert wird.Sie erzählen, dass es im vergangenen Jahr eine Poppenlaurer Veranstaltung erwischt habe. Da soll dann eine Strafe von 15 000 Euro verhängt worden sein.

Kontrollen zum Jugendschutz

Deshalb bittet Inge Bulheller auch um Verständnis, dass der Zeltbereich am Anger wieder eingezäunt ist, damit man Kontrollen leichter durchführen kann. Es gehe leider nicht anders. "Eigentlich müssten wir beim Betreten alle Jugendliche blasen lassen", sagt Helmut Blank - so schwierig ist die Situation mittlerweile. Zusätzlich werden auch die Kontrollen des Gesundheitsamtes immer strenger.

Verein mit im Boot

Kooperationspartner bei Musik und Märkte ist neben Caterern aus dem Stadtgebiet und anderen Geschäftsleuten zum zweiten Mal der TSV Münnerstadt. "Wir sind heilfroh, dass wir den TSV haben", ergänzt aber Helmut Blank dazu. Denn Kultourismus könnte diese Aufgabe nicht stemmen.
Zur Kostendeckung des dreitägigen Stadtfestes wird am Samstagabend wieder ein Eintritt von fünf Euro verlangt, erläutert Inge Bulheller. Auch dafür bittet sie um Verständnis. Denn zu verdienen sei am Stadtfest für Kultourismus nichts. Im letzten Jahr gab es sogar ein Minus.
Musikanlage und Zeltmiete machen alleine schon mehr als 8500 Euro an Kosten aus. Dazu kommen die Gagen für die Bands, Strom, Versicherungen, Werbekosten etc. Insgesamt stehen am Ende 24 900 Euro an fixen Kosten an. Im vergangenen Jahr reichten die Einnahmen trotz städtischen Zuschusses nicht aus, um diese Ausgaben zu decken.
Rund 3000 Euro Miese machte das Stadtfest. "Ohne den Eintritt am Samstagabend wäre der Verlust noch höher", sagt Inge Bulheller und wirbt um Verständnis für den in der Bevölkerung am Samstagabend ungeliebten Eintritt.
Bulheller will sich nicht beklagen, auch der Bürgermeister nicht. Doch sind sie der Meinung, dass die Öffentlichkeit darüber im Bild sein sollte, dass hohe Aufwendungen für ein solches Fest anfallen.
Trotzdem will die Stadt an ihrem Fest "Musik und Märkte" festhalten. Es gehe nicht um den Gewinn, sondern darum, dass etwas im Ort stattfindet. Die Vorfreude auf das Stadtfest ist also groß. Jetzt muss Anfang Juli nur noch das Wetter passen.