Kanonendonner und Marschmusik werden am heutigen Montagabend durch den Altort schallen, wenn der Faschingsclub und weitere "Truppen" das Rathaus erstürmen. Die Gemeinde wird es schwer haben, dem mächtigen Angriff standzuhalten. Es wird Bürgermeister Siegfried Erhard (CSU) wohl nichts übrig bleiben, als Schlüssel und Kasse herauszurücken und den neuen Herrschern das Regiment zu überlassen.

Um 19.11 Uhr beginnt das Spektakel, an dem sich Garden, Spielmannszug und Kanoniere beteiligen. "Wir erhalten wieder tolle Unterstützung befreundeter Karnevalsvereine wie der "Bercher Mee-Elf" aus Bergrheinfeld und der Karnevalsgesellschaften Hammelburg und Euerdorf", gibt sich Sitzungspräsident Matthias Besler zuversichtlich. Seit vier Jahren bekleidet er mit viel Enthusiasmus dieses Amt.

Zu Gast in Bergrheinfeld

Bis zum Aschermittwoch fallen zahlreiche Termine an. "Bereits eine Woche später sind wir in Bergrheinfeld dabei, wenn dort unsere Freunde auf unsere Unterstützung warten, um Bürgermeister und Gemeinderat in die Knie zu zwingen", blickt er voraus. "Ab Januar wird es sehr eng, wenn weitere Rathausstürme, Elferratssitzungen und Umzüge warten. Traditioneller Abschluss ist unsere Geldbeutelwäsche am Aschermittwoch, wenn das Portemonnaie leergekratzt und der Erlös einer sozialen Einrichtung übergeben wird", umreißt er seine Aufgaben, die ihm ganz offensichtlich Spaß machen.
"Frohsinn ist mir in die Wiege gelegt. Ich bin mit Begeisterung dabei und glücklich, wenn viele mich unterstützen und die Gäste mit unseren Veranstaltungen zufrieden sind", erklärt er.
Auf dem Schlossplatz treffen sich heute Abend die Narren, um angeführt vom Spielmannszug in den Schlosshof zu marschieren. "Es ist toll von Bürgermeister und Gemeinde, dass wir uns hier formieren dürfen", sagt Besler. Nach Musikklängen und Begrüßung wird sich zunächst das "alte" Prinzenpaar Jennifer I. (Jennifer Reith) und Andreas I. (Andreas Ostermiller) verabschieden und ihre Insignien übergeben.
Alle sind gespannt, wer die Nachfolge antritt. Dieses Geheimnis hütet der Sitzungspräsident bis zum Schluss. Schon öfter war es schwer, ein Prinzenpaar zu findet. Aber dann hat es irgendwie doch immer wieder geklappt, wie 2007, als in der Not Ehrenpräsident Bernhard Wahler und seine Tochter Brigitte einsprangen. In den beiden letzten Jahren stellten sich Aktive aus dem Spielmannszug zur Verfügung. Früher war es oft Ehepaare oder Freund und Freundin." Jetzt hält sich Besler an Franz Beckenbauer: "Schau`n mer mal".
Erstmals gab es 1964 in Ebenhausen unter der Regie des TSV ein Prinzenpaar mit Christa Köpplinger und Willy Meier. Ein Jahr später kam es zur Gründung des Faschingsclubs, der erstmals 1970 ein eigenes Prinzenpaar mit Irmtraud Werner und Heinrich Knorr kürte. Bis heute hat sich noch jedes Jahr ein Prinzenpaar gefunden. "Allein schon deshalb bin ich ganz zuversichtlich", gibt sich der Sitzungspräsident, der möglichst die neuen Regenten heute in Amt und Würden vorstellen möchte.

Lob für die Tollitäten

"Im Rückblick kann ich unsere Tollitäten nur loben. Sie repräsentierten unseren FCSH hervorragend, opferten viel Zeit und begeisterten das Volk", würdigt er. Für Prinz und Prinzessin stellt der Verein Umhänge und Insignien und fördert gegebenenfalls den Erwerb von Kleid oder Anzug.
Der Inthronisation schließt sich der Sturm auf das Rathaus mit allen verfügbaren Kräften an. Erstmals wird Bürgermeister Siegfried Erhard nicht dabei sein. Er ist im Urlaub, war bisher aber immer ein brillanter Mitspieler und "wehrte" sich bis zum Schluss. Diesmal werden sein Stellvertreter Franz Kuhn und Ortsreferent Albrecht Schreck, selbst FCSHler und Elferrat, versuchen, das Rathaus mit einigen Getreuen zu verteidigen. Die Prognose ist einfach: Sie werden keine Chance gegen die übermächtigen Angreifer haben. Im Siegeszug geht es weiter zur Vereinshalle, um dort mit den Gastgesellschaften den Erfolg zu feiern. Für den FCSH wäre es erfreulich, wenn sich mehr Ebenhäuser als in der Vergangenheit am Sturm auf das Rathaus beteiligen, um Garden, Kanoniere und Spielleute zu unterstützen und den Sieg in der Übungshalle mitzufeiern.