140 Jahre gibt es die Schwärzelbacher Feuerwehr inzwischen. Zur Feier hatten die Mitglieder Kirchenparade, Festgottesdienst und Festtreiben organisiert. Doch zuvor war am Samstag erst einmal der Schweiß der Feuerwehrleute geflossen bei einem Ernstfalleinsatz bei einem Verkehrsunfall sowie bei einer Großübung.

Ein virtueller Brand in den Betriebsräumen von Voglers Hofprodukten war das Szenario für die Übung der Floriansjünger. Zur Unterstützung waren außer Heiligkreuz sämtliche Wehren aus der Gemeinde Wartmannsroth und die Nachbarfeuerwehr Hetzlos ausgerückt. Der stellvertretende Kommandant Christian Kohlhepp führte das Kommando. Kreisbrandinspektor Peter Sell war zufrieden mit dem Übungsergebnis. Er schätzte die Beteiligung der Einsatzkräfte auf insgesamt 70 Feuerwehrleute.

Aus einem Hydranten von der gegenüberliegenden Straßenseite der B 27 war das Löschwasser gekommen. Für den Autoverkehr mussten Fahrhilfen über die Schläuche angebracht werden. Letztere wurden auf dem Hof ausgerollt, und schon bald spritzte das Wasser auf die Dächer des Betriebes Vogler und auf dem Gasaußentank. Schaulustige hatten sich am Rand des Geschehens eingefunden. Die Atemschutzträger wurden in den Betriebsräumen fündig. So konnten vier Personen gerettet werden, die eine Rauchvergiftung erlitten hatten. Komparsen hatten die Verletzten lebensecht dargestellt.

24 Mitglieder in der Jugend

Auch Marco Leitschuh und Maximilian Bott gehörten zu diesen Komparsen. Die beiden engagierten jungen Leute gehören der Schwärzelbacher Jugendfeuerwehr an, die heuer ihr 25-jähriges Bestehen feiert. "Ich freue mich darauf, wenn ich 18 werde und dann in der aktiven Wehr mitmischen kann", sgte Marco. Beide sind hoch motiviert. Seit drei Jahren sind sie in der Jugendwehr in Schwärzelbach tätig. Zurzeit zählt diese 24 Mitglieder. Simon Beck und Tobias Breitenbach engagieren sich als Jugendwarte. Eine große Fotowand dokumentierte die erfolgreiche Jugendarbeit. Außer bei den Übungen war die Feuerwehrjugend zum Beispiel auch beim Bau von Faschingsmotivwagen und beim Zelten mit der Kreisjugendfeuerwehr auf dem Saalecker Schlossberg zu sehen.

"Schon immer ein Muss"

An seine sechsjährige Ehrenamtszeit als Vorsitzender des Schwärzelbacher Feuerwehrvereins erinnert sich Altbürgermeister Herbert Kohlhepp: "Die Feuerwehr ist schon immer ein Muss für unser Dorf gewesen." Egal ob Blitzeinschläge, Brände oder Wassereinbrüche, es galt stets in Bereitschaft zur Nachbarhilfe zu sein. "Freilich haben wir auch früher gerne im Fünf-Jahres-Takt unser Bestehen gefeiert."

In Erinnerung an alte Zeiten schwelgt auch Ehrenkommandant Julius Fella: "Ich war zehn Jahre lang Kommandant (1975 bis 1985) und danach zwölf Jahre Vorstand hier. Es war eine schöne Zeit. Aber es gab auch harte Einsätze." An einem Weißen Sonntag anfangs der 80er Jahre habe der Blitz in das Anwesen Hoos eingeschlagen.
Zur jetzigen Feier erschien auch die Fahnenpatin Martha Seifried. "Als junge Frau von knapp 20 Jahren kam ich 1954 zu dieser lebenslangen Ehre", erinnert sie sich und zeigt alte Schwarzweißfotos. Damals schaffte der Feuerwehrverein eine neue Fahne an, die dann geweiht wurde.

Vorsitzender Andreas Schmitt begrüßte die Abordnungen der Wehren aus dem Gemeindebereich Wartmannsroth sowie aus Hetzlos und Machtilshausen. Außerdem schlossen sich der ansässige Schützenverein Almrausch und der Obst- und Gartenbauverein der Kirchenparade an. Bürgermeister Jürgen Karle (FWG) zollte der Einsatzbereitschaft dieser Wehr Respekt.

Nicht nur Landrat Thomas Bold (CSU) gratulierte den Schwärzelbacher Feuerwehrleuten. Auch Kreisbrandrat Benno Metz war vor Ort: "In 140 Jahren haben die Kameraden menschliche Not und Leid in Schwärzelbach abgewendet oder gemildert." Hervor hob er Winfried Heim für dessen Engagement im Kreisverband der Feuerwehr und die tolle Jugendarbeit in der Schwärzelbacher Wehr. Lobende Worte kamen auch von der Kreisrätin Paula Vogler (CSU), auf deren Anwesen am Vortag die Großübung stattfand.