Man habe bewusst Bad Kissingen für diese Tagung ausgesucht, betonte DHV-Präsident Ernst Hinsken während eines Pressegesprächs am Mittwoch im Salon Fontane: "Bad Kissingen ist ein Badeort, der seinesgleichen sucht."

Ein wichtiges Ziel des Deutschen Heilbäderverbandes sei es, den Menschen und der Politik klar zu machen, dass in die Gesundheit und nicht erst in die Krankheit investiert werden sollte, betonte der Präsident: "Unsere Aufgabe ist
es, nachzuweisen, dass sich das für den Staat und die Kostenträger rechten." In diesem Zusammenhang kündigte Hinsken für 2014 ein Gespräch mit der Bundeskanzlerin/dem Bundeskanzler, Gesundheitspolitikern und den Kassen an.


Mit den Pfunden wuchern

Ein Seitenblick Hinskens galt den Kurorten im europäischen Ausland: "Die Konkurrenz schläft nicht." Die deutschen Kurorte und Heilbäder müssten zum Teil aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen , sich wucherten zu wenig mit dem, was sie haben.

Eine Lanze bracht der DHV-Präsident auch für den Bereich Gesundheits-Tourismus und dessen wirtschaftliche Bedeutung vor allem für das "flache Land". Des weiteren liegt Ernst Hinsken ein Rechtsgutachten zur Sicherstellung ortsgebundener Heilmittel im Arzneimittelgesetz am Herzen. Außerdem müsse die Fortbildung von Medizinern zu Kurärzten gefördert werden. Schließlich gelte es, neue EU-Fördermittel in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Heilbäderverbans zu gewinnen.

Die Themen der Vorträge, Podiumsdiskussionen und Fachgespräche während des Deutschen Bädertages reichen vom "I-Pad bis zum Rollator". Parallel wird es eine Messe namhafter Aussteller aus dem Gesundheitswesen geben, die nicht nur den Teilnehmern offen stehen wird. Zu den Teilnehmern zählen neben den Verbandsmitgliedern unter anderem Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.


Seehofer ist Hauptredner

Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) unterstützte DHV-Präsident Hinsken in seiner Bemühung um ein Präventionsgesetz. Man müsse den Verantwortlichen klarmachen, dass eine gute Prävention Geld spare, das sonst für Rehabilitation ausgegeben werden müsse. Wichtig sei auch Lobbyarbeit bei den Ärzten, denn diese schickten schließlich die Menschen in die Kurorte. Blankenburg sprach von einem anspruchsvollen Bädertags-Programm, hier würden Weichen für die Zukunft gestellt.

Besonders aufmerksam hat Blankenburg zur Kenntnis genommen, dass Ministerpräsident Horst Seehofer Hauptredner des 109. Deutschen Bädertages sein soll. Diese Gelegenheit werde er nutzen, um erneut das Thema "Steigenberger" anzusprechen.

Auch Kurdirektor Frank Oette begrüßte es, dass der DHV Bad Kissingen nach 2001 erneut als Schauplatz für den Deutschen Bädertag gewählt hat. Er verspricht sich spannende Gespräche über die künftige Entwicklung der Heilbäder. "Wir werden gemeinsam mit dem verband eine Duftmarke setzen", betonte Oette.