Die Deutsche Bahn will sich vom Empfangsgebäude am Bad Kissinger Bahnhof trennen. Ein entsprechendes Verkaufsexpose findet sich aktuell auf der offiziellen Internetseite der DB Bahnliegenschaften.

Ein Kaufpreis für das Gebäude samt zugehörigen 2582 Quadratmeter großen Grundstück wird nicht genannt. Interessenten sind vielmehr aufgefordert, ein Kaufangebot innerhalb der nächsten zwei Wochen, bis 17. Juni, einzureichen. Die Deutsche Bahn AG betont, dass sie sich die Entscheidung vorbehält, an welchen Käufer und zu welchen Bedingungen sie die Liegenschaft veräußert. Des Weiteren wird betont, dass es sich bei dem Verkauf nicht um ein Vergabeverfahren handelt, das sonst bei öffentlichen Aufträgen etwa im Bereich Verkehr, Trinkwasserversorgung und Energieversorgung oder Bauleistungen vorgeschrieben ist.

In der Beschreibung weist die Bahn AG darauf hin, dass der Bahnhof zuletzt 2008/2009 für eine halbe Millionen Euro saniert wurde. Das historische, denkmalgeschützte Gebäude wurde 1874 erbaut und verfüge mit dem "Fürstenzimmer" über das vermutlich einzige noch bestehende Zimmer dieser Art in Bayern. Für den Standort wirbt die Bahn unter anderem mit dem Status Bad Kissingens als Unesco-Welterbestätte. Der Bahnhof liegt innerhalb der Welterbezone.

OB: Bahnhof wird verramscht

Das Rathaus lehnt den Verkauf entschieden ab. "Die Deutsche Bahn möchte ohne Not und ohne Konzept nach Treuhandmanier das Bahnhofsgebäude Bad Kissingen verramschen", kritisiert Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD). Er kündigt Gegenwehr an; die Stadt müsse sich damit politisch auseinandersetzen. "Es ist erkennbar, dass Bad Kissinger Interessen nicht berücksichtigt werden", prangert er an. Es gehe um Interessen des Bundes, Gebäude, die Geld kosten, los zu werden. Diese Gebäude habe der Bund aber selbst für seine Fahrgäste gebaut. Vogel: "Ein Bahnhofsgebäude zum Bahnbetrieb gehört einfach dazu."