Mit dem Zweiakter "Kuckuckskinder" begeisterte die Theatergruppe des Pfarrgemeinderates die Gäste in der bis auf den letzten Platz besetzten Mehrzweckhalle. Irrungen und Wirrungen, Missverständnisse und Kuriositäten, Detektivarbeit und Verdächtigungen fesselten in dem Stück, das Elli Stahl für Darsteller und Publikum erarbeitete und auf die Bretter, die die Welt bedeuten, brachte.

"Seit 15 Jahren besteht unsere Gruppe", erklärt Roland Seufert, der von Anfang an dabei ist. "Nur einmal traten wir in dieser Zeit nicht auf. Seit Anfang August trafen wir uns heuer wöchentlich zunächst zu Lese- und dann zu Szenenproben im Rathaus. Auf der Bühne selbst übten wir nur zwei Mal. Das klappt schon", gibt er sich zuversichtlich vor der Aufführung.
Mit dabei ist seine Tochter Melissa. Die Zwanzigjährige ist die Jüngste und spielt zum dritten Mal mit. "Bei den Proben ging es immer lustig und entspannt zu. Dabei prägte ich mir meine Textpassagen rasch ein. Zusätzlich musste ich nicht lernen, zumal ich keine große Rolle habe", bekennt sie und lobt Elli Stahl, mit der das Theaterspielen einfach Spaß mache.
Die Komödie spielt in Dimpelhofen, wo der Bürgermeister (Roland Seufert) sein Amt gründlich und gewissenhaft wie mit einer Festrede für den Hosenkühlesverein wahrnimmt. Scheinbar verlassen kann er sich auf seine Sekretärin, Frau Topfenmüller (Margarete Müller), die nicht nur auf der Schreibmaschine klimpert, sondern auch eifrig an der Tür lauscht, um ja nichts zu verpassen. Immer zur Stelle ist Hausmeister Hannes (Hubert Greubel), um das Bild von Altbürgermeister Siggi wieder gerade zu richten und sich einen Schnaps zu gönnen.

Gentest soll Gewissheit bringen

Ein Zeitungsartikel, in dem ein Mann 15 Jahre fälschlicherweise Alimente zahlte, gibt dem Bürgermeister zu denken. Seine Sekretärin unterstützt seine Gedanken: "Fragen sie den Gamsbichler Toni (Erich Werner). Der ist doch bei uns im Dorf zuständig, wenn der Kindersegen ausbleibt." Der Toni habe es doch mit jeder Frau in Dimpelhofen gehabt. Der Bürgermeister kommt ins Grübeln. Auch in seiner Ehe habe es erst nach vier Jahren mit dem Nachwuchs geklappt. Zudem sei der Toni Jugendfreund seiner Frau Elfi (Renate Staab) gewesen. Da kommt seine Tochter Traudl (Melissa Seufert) gerade recht. Er prüft Ähnlichkeiten mit ihr. Ist er der Vater? Nur ein Gentest kann helfen. Geschickt sammelt er von Ehefrau, Tochter und Toni Genmaterial: Schnapsgläschen, Kaugummi und Zigarettenkippe. Sein Arzt Dr. Hasengruber (Axel Greubel) organisiert die Laborauswertung, nachdem der Bürgermeister ihn heftig attackiert. "Die Stunde der Wahrheit schlägt", ist sich der Bürgermeister gewiss. Zu allem Unglück hat sich die Sekretärin eingemischt, als sie sich einen Schnaps gönnte und ihr Glas ins Labor wanderte.
Lange verweigert der Doktor die Genergebnisse. Schließlich weicht er von der ärztlichen Schweigepflicht ab und macht dem Bürgermeister klar: "Du bist der Vater. Aber wer ist die Mutter?" Die Turbulenzen lösen sich mit der Erkenntnis: Trau keinem Tratschweib nicht!
Profihaft präsentierten die Aktiven das unterhaltsame Stück, in dem die einzelnen Rollen den Darstellern wie auf den Leib zugeschnitten waren. Das Publikum honorierte die Leistungen mit wiederholtem Szenen- und langem Schlussapplaus. Die langjährige Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gabi Kanz würdigte zusammen mit Kirchenpfleger Klaus Kiesel die Schauspieler, die die Vorgaben der Autorin und Regisseurin Elli Stahl ganz toll umsetzten.