Nur strahlende und dankbare Gesichter gab es beim Dreikönigskonzert des Musikvereins Oerlenbach im Pfarrsaal: Die Besucher spendeten langen, herzlichen Applaus für die tollen Vorträge, und die Musiker selbst präsentierten die Werke, die Dirigentin Doris Eckert alle neu mit ihnen einstudiert hatte, vorzüglich.

Seit Jahrzehnten setzt die Trachtenkapelle mit ihrem Konzertabend zu Jahresbeginn ein Ausrufezeichen. Monate intensiven Übens liegen hinter den Musikern und vor allem hinter Dirigentin Doris Eckert. Sie versteht es, Freude und Begeisterung zu wecken und die Musiker immer wieder neu herauszufordern. "Wir sind auf einem gutem Weg hin zu einem symphonischen Blasorchester, ohne dabei die traditionelle klassische Blasmusik zu verdrängen", würdigte sie den Einsatz ihrer 33 Musikerinnen und Musiker. Das diesjährige Programm mit elf neu einstudierten Stücken sowie Zugaben belegte diese Zielsetzung, mit der sie die erfahrenen und auch jungen Aktiven gleichermaßen mitreißen kann.

Internationales Programm

Mit der Filmmusik "Die glorreichen Sieben" eröffnete das Orchester schwungvoll den Ablauf. Nach Südafrika entführte "A window of the world", ein fröhliches Volkslied mit dem Aufruf "Lasst uns gemeinsam singen und tanzen!". In "Little drummer boy", einer amerikanischen Weihnachtsweise von einem kleinen armen Jungen, der mit seiner Trommel das Jesuskind zum Lachen bringt, überzeugte Daniel Erhard am Schlagzeug. Er hat kürzlich zusammen mit Max Morchutt auf Bariton die D1-Prüfung abgelegt.

Mal zart und piano, dann wieder kräftig und fortissimo schilderte die Kapelle das Leben der Matrosen in "Waterkant", wo sich ausgelassene Leichtigkeit und melancholische Nachdenklichkeit abwechselten. Aus dem Klassiker "Bilder einer Ausstellung" brachte das Orchester "Promenade" und "Das große Tor von Kiew" mit seinen grandiosen Schlussakkorden. In zwei Gruppen auf der Bühne bzw. im Publikum verteilt, fanden die Musiker aus zwei Märschen schließlich zu einem Marsch in "Doppelmarsch" zusammen.

Das Orchester begeisterte mit Ausschnitten aus der Filmmusik zu "Der Pate", mit Titeln aus dem Musical "Selections from Chicago", mit Medleys aus Liedern der kubanischen Sängerin Gloria Esteban und von Ray Charles.

Hommage an Udo Jürgens

Dirigentin und Musiker beantworteten den langen Beifall der Besucher mit Zugaben wie der böhmischen Polka "Die Kapelle hat gewonnen" - treffend zum rhythmischen Klatschen der Gäste -, dem Marsch "Mir san die Kaiserjäger" und als Hommage an Udo Jürgens "Ich war noch niemals in New York". "Meine Mannschaft hat alles gegeben. Ich bin dankbar und stolz auf euch", lobte Dirigentin Doris Eckert ihre Akteure, die ihre Vielseitigkeit zeigten.

Eingeflochten in den Ablauf waren Ehrungen für langjährige Vereinstreue bzw. aktives Musizieren über Jahrzehnte. "Wir brauchen euch alle, um unseren vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden. Sich über lange Zeit in die Kapelle einzubinden, erfordert großes Engagement mit hohem Aufwand", würdigte Vorsitzender Stefan Hildner die Jubilare. Das sei längst nicht mehr selbstverständlich in einer Zeit, in der gesellschaftliche Veränderungen ehrenamtliche Mitverantwortung zurückzudrängen scheinen. "Ihr aber ignoriert diese Gedanken und widmet einen Großteil eurer Freizeit unserem Musikverein", lobte er. Mit Bürgermeister Franz Kuhn und der Kreisvorsitzenden im Nordbayerischen Musikbund, Birgit Döhler, überreichte er Urkunden und Ehrennadeln.

Botschafter Oerlenbachs

Zur Sprecherin der Besucher machte sich Bezirksrätin Karin Renner: "Euer Dreikönigskonzert möchte ich nicht missen. In eurem Programm war für jeden etwas dabei. Eure Dirigentin führt euch zu Höchstleistungen. Ihr seid Botschafter Oerlenbachs weit über die Gemeinde hinaus und bereichert viele Anlässe im Jahreslauf."


Jahresrückblick des Vorsitzenden Stefan Hildner in Stichpunkten:

Fertigstellung des Musikerheims mit Sanierung des Nebentrakts sowie Neugestaltung von Hof und Grünanlagen zu einem "Schmuckstück im Altort"
Musikalischer Höhepunkt: Auftritt beim Oktoberfest in Burgsteinfurt im Münsterland im vollbesetzten 2000-Mann-Zelt: "Wir brachten das Münsterland zum Beben"
Erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Musikschule Hambach: 20 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Ausbildung auf Flöte bzw. einem Blasinstrument

Vorschau 2015:
14. Februar: Faschingstanz im Pfarrheim mit der Trachtenkapelle, Kartenvorverkauf am 23., 28. und 30. Januar sowie 6. Februar jeweils von 18.30 bis 19.30 Uhr im Musikerheim
Auftritte bei kirchlichen und weltlichen Anlässen
Auftritt beim Oktoberfest in Burgsteinfurt im September


Ehrungen:
Nordbayerischer Musikbund:
10 Jahre aktives Musizieren: Lisa Kuhn (Nadel in Bronze)
20 Jahre aktives Musizieren: Nicole Baudisch (Nadel in Silber)
30 Jahre aktives Musizieren: Hugo Weingärtner (Nadel in Gold)
40 Jahre aktives Musizieren: Andreas Kiesel (Nadel in Gold mit Brillant)

Musikverein:
Aktive: Lisa Kuhn (10 Jahre), Franziska Werner und Benedikt Hildner (beide 15 Jahre), Nicole Baudisch (20 Jahre), Marcel Distler, Harald Kuhn und Hubert Kuhn (alle 25 Jahre), Hugo Weingärtner (30 Jahre) und Andreas Kiesel (40 Jahre)
Passive: Carolin Borst, Anima Kuhn, Sabine Krammer, Walter Kirchner (alle 25 Jahre), Evelin Besendorf, Edeltraud Günther-Gehring, Bruno Hrubesch, Manuela Hrubesch, Siegbert Kiesel, Werner Kleinhenz, Magdalena Mützel, Reinhold May (alle 40 Jahre), Xaver Hofmann, Siegfried Kuhn, Wilhelm Karch und Paul Schlereth (alle 50 Jahre)