Bad Kissingen — Das einjährige Warten hat ein Ende: Am Freitag, 13. Juni, beginnt der 29. Kissinger Sommer. Bis zum Sonntag, 13. Juli, ruft er die Musikfreunde aus aller Welt in den Regentenbau und andere beliebte Spielstätten. Beginn ist um 18 Uhr mit dem einstündigen Präludium im Rossini-Saal mit dem Geiger Iskandar Widjaja und dem Pianisten Vestard Shimkus. Das Festkonzert bestreiten die Nationalphilharmonie Warschau mit ihrem Chefdirigenten Jacek Kaspszyk, der Pianist Igor Levit und die Sopranistin Genia Kühmeier. Und nach dem Konzert lädt die Bayerische Staatsregierung zum Staatsempfang in den Weißen Saal. Allerdings kommt der Landesvater nicht persönlich. Horst Seehofer lässt sich von seinem Justizminister Winfried Bausback vertreten. Dann kann das Festival seinen Lauf nehmen.
Allerdings, wie üblich, nicht ganz so, wie ursprünglich geplant. Änderungen, kleine wie große, gibt es in jedem Jahr, auch noch in letzter Minute. So wird am 14. Juni nicht Sergej Radchenko mit Julia Novikova Arien und Duette singen, sondern Arseny Yakovlev (Tenor) und Andrei Zhilikhovsky (Bariton), zwei Sänger aus der Nachwuchsschmiede der Bolschoi-Oper in Moskau. Auch der Salzburger Tenor Peter Sonn musste wegen terminlicher Überschneidungen seine Teilnahme an der "Luzerner Gala" am 22. Juni absagen. Für ihn singt sein Stimmfachkollege Karol Kozlowski Arien von Friedrich von Flotow und Otto Nicolai.
Und noch zwei Verlegungen gibt es zu melden: Die Matinee mit den musikalischen Kindern aus St. Petersburg am 6. Juli wandert aus dem Großen Saal in den Rossini-Saal, weil das Orchestre de Marseille das große Podium für seine Proben braucht. Und das Late Night Concert mit Edwin Crossley-Mercer am 28. Juni findet nicht im Kurgartencafé, sondern ebenfalls im Rossini-Saal statt.
Nach der Premiere im letzten Jahr gibt es auch heuer wieder zwei Artists in Residence: den Geiger Ning Feng und den Pianisten Igor Levit. Sie sind beide mehrmals zu hören, am 15. Juni um 11 Uhr im Kloster Maria Bildhausen sogar gemeinsam.
Der Kartenvorverkauf ist so gut gelaufen wie im Vorjahr: "Damit sind wir natürlich sehr zufrieden", sagt Erna Buscham vom Künstlerischen Betriebsbüro Kissinger Sommer. Worüber sie sich auch freut, ist, dass eine Neuerung sehr gut angenommen wurde: Zum ersten Mal gibt es in diesem Jahr ein Klavier- und ein Opern-Abonnement. Das bedeutet in der Praxis, dass Besucher vier Konzerte aus der jeweiligen Sparte auswählen und als verbilligtes Gesamtpaket beziehen können. Erna Buscham: "Auf Grund des Erfolges gehen wir davon aus, dass es diese Abos auch im nächsten Jahr wieder geben wird." Nach wie vor können Schüler und Studenten bis 27 Jahre Restkarten an der Abendkasse für drei Euro erwerben.
Apropos Karten: Überschaubare Mengen an Tickets gibt es noch für alle Konzerte - mit vier Ausnahmen: natürlich David Garrett, der mehr oder weniger sofort ausverkauft war; für die beiden Konzerte am Sonntag, 15. Juni, im Kloster Maria Bildhausen mit Ning Feng und Igor Levit, sowie Fazil Say und Nicolas Altstaedt; und für Brunch mit Jazz & Evergreens am 12. Juli.