Wenn die Windheimer in ein paar Jahrzehnten wieder ihre Kirchturmkugel vom Turm holen, dann finden sie in ihrem Innern Bilder aus dem Jahr 2013 und dazu viele Informationen über das Windheim dieser Zeit und in den Jahrzehnten davor. Am vergangenen Freitag wurde die Kugel nach ihrer Restaurierung wieder auf den Turm gesetzt, samt dem Kreuz, das nach einem Sturmschaden repariert werden mussten.Die Windheimer Kirchengemeinde verband das Anbringen mit einem kleinen kirchlichen Fest.
Pfarrer Michael Kubatko hielt vor der Kirche eine Andacht und segnete das Kreuz. Dabei begleitete er den Gesang auf seiner "Blauen Flamme" (so bezeichnet er seine Gitarre).

Alten Brauch belebt

Außerdem ließen die Windheimer noch einen alten Brauch aufleben, der zu solchen Anlässen früher dazu gehörte. Aus dem Krankorb warf Pfarrer Kubatko Rosinenbrötchen hinab zu den Kindern. Kirchenpfleger Jürgen Meder war von der Haarder Dachdeckerfirma Beck auf diese Tradition angesprochen worden und hat sie gerne wieder belebt. Der Windheimer Björn Hein, der zahlreiche Fotos für die Kirchturmkugel samt vieler geschichtlicher Texte beigesteuert hat, erinnert sich, dass seine verstorbene Oma Gertrud Geheeb als Kind in Windheim 1937 diesen Brauch miterlebt hat und immer einmal davon erzählte. Im Windheim der Gegenwart freuten sich 26 Kinder über den Brauch.

2500 Euro kostete das Vergolden der Kirchturmkugel und das Streichen des Kreuzes in Windheim. Die Kosten muss die Kirchengemeinde selbst tragen.

Eigentlich war die Kugel erst 1999 vergoldet worden. Weil aber das Kreuz einen Sturmschaden aufwies und sich wie ein Wetterhahn im Wind drehte, musste die Kugel ohnehin abgenommen werden. Dabei hatte man festgestellt, dass das Blattgold in diesen wenigen Jahren schon sehr gelitten hatte und ließ die Arbeiten gleich mitmachen.