In den vergangenen zwei Jahren stellte sich die Arbeit der Polizei etwas anders dar als in den Jahren zuvor: Ausgangssperren, keine Feste, geschlossene Clubs und Bars, Kontaktbeschränkungen. All das führte zu etwas weniger Straftaten im Landkreis. Genauere Zahlen zu den Deliktbereichen von sexuellen Straftaten bis Einbrüchen, finden sich hier.

Und weil die Menschen mehr zu Hause waren und weniger unterwegs, wurde weniger eingebrochen und weniger geklaut. Wer jetzt denkt, dass die Polizei eine ruhige Kugel schieben konnte, der irrt.

Neue Aufgaben mit Corona

Denn: "Andererseits wurde die Polizei zur Krisenbewältigung auch vor neue Aufgaben gestellt, um beispielsweise die Einhaltung der Infektionsschutzbestimmungen zu überwachen oder die allwöchentlichen ,Spaziergänge' von Corona-Maßnahmen-Kritikern zu betreuen", sagt der Dienststellenleiter der Polizei Bad Kissingen, Stefan Haschke.

wöchentliche Demonstrationen forderten viel Einsatz

Grundproblem der Demonstrationen war, so sein Stellvertreter Dominik Fertig, die undurchsichtige Lage zu Beginn - "weil keiner sich dazu bereiterklärte, die Versammlungen anzumelden. Da war die Frage, was haben sie vor?".

Normalerweise sprechen die Versammlungsanmelder den Verlauf der Demo mit der Polizei ab, damit sowohl ihre als auch die Belange von Polizei und Ordnungsamt gewahrt sind. Das sei nicht möglich gewesen. Und an Schweinfurt sahen die Beamten, dass es auch zu Straftaten kommen konnte. Mittlerweile habe sich der Personaleinsatz jedoch wieder entspannt.

Ständig ändernde Rechtslage

Fertig hebt einen weiteren Punkt hervor, der die Polizei beschäftigte: "Mit der sich ständig ändernden Rechtslage mussten wir uns auch immer in die neuen Corona-Vorgaben einlesen, damit wir auch wussten, was wir kontrollieren müssen." Er resümiert: "Corona hat uns andersartig belastet. Die normale Arbeit war ein bisschen reduziert, aber es sind neue Felder dazugekommen."

Amtshilfen / Vollzugshilfen 67 Ausgangssperren 83 Betriebsstätten / Untersagung 1 Impfnachweise 28 Maskentragepflicht 52 Testnachweise 5 Kontaktverstöße /

Menschenansammlungen 133 Quarantäne 5 Sonstige thematische

Zusammenhänge 185

Daneben gab es in Bad Kissingen 272 Ordnungswidrigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz und sechs Strafanzeigen wegen gefälschter Impfausweise.

Häusliche Gewalt wird weniger

Ein Thema, von dem viele dachten, er würde in den zwei Jahren Pandemie groß werden: Häusliche Gewalt. Doch hier zeigt sich in der polizeilichen Statistik eher ein Rückgang als eine Steigerung der Fälle (genauere Zahlen siehe ).

In die Kategorie fallen psychische und physische Gewalt durch (Ex-)Partner. Das Spektrum der Straftaten reicht von Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung hin zu Sachbeschädigungen, Nötigungs- und Eigentumsdelikten.

Frauenhaus Schweinfurt etwa gleich ausgelastet

Nachfrage im Frauenhaus in Schweinfurt: Wie ist dort die Lage? "Was die Auslastung betrifft, ist es etwa wie in den Jahren zuvor", sagt Dagmar Flakus aus der Geschäftsführung. Warum die Zahlen im Themenfeld Häuslichen Gewalt nicht steigen, auch nicht mehr Frauen zu ihnen kommen, erklärt sie sich so: "Zum einen konnten die Frauen uns nicht so leicht anrufen, weil sie, ihr Partner oder beide im Home-Office waren und damit weniger ungestört."

Zum anderen könnten geschlossene Schulen und Kitas, der Wegfall des Arbeitsweges dazu führen, dass die Frauen auf dem Weg seltener zur Beratung im Frauenhaus vorbeikamen. Aber: alles nur Erklärungsversuche. Bei einem ist Flakus sich aber sicher: "Ich gehe nicht davon aus, dass die Häusliche Gewalt weniger geworden ist. Es könnte eher mehr geworden sein."