Wenn das Würzburger Sinfonieorchester Con Brio unter der musikalischen Leitung von Gert Feser im Großen Saal des Regentenbaues ein Konzert gibt, ist es für Musikliebhaber ein besonderes Erlebnis. Auch wer es zum ersten Mal hört, ist begeistert von der Spielfreude, dem Leistungsstand der Musiker, der Klangfülle und den professionellen Interpretationen.

Das Sinfonieorchester Con Brio trat im Februar 1989 mit einer Aufführung von Milhauds "Le boeuf sur le toit" und Beethovens Eroica in der Würzburger Musikhochschule ins Leben. Seitdem ist die Idee des Klangkörpers die selbe geblieben: Gut ausgebildete Laienmusiker, Musikstudenten und ehemalige Profis sollen im Con brio eine Plattform zum gemeinsamen Musizieren finden. Auch sollen die Konzerte des Orchesters das Angebot an sinfonischen Darbietungen vor allem in Würzburg um spannende Facetten bereichern.

Gert Feser steht an der Spitze des Sinfonieorchesters Con Brio seit der Gründung im Jahr 1988. Mit dem "Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester in a-moll op. 102" von Johannes Brahms und mit der "Sinfonie Nr. 6 in A-Dur" von Anton Bruckner kam das Sinfonieorchester Con Brio Würzburg mit zwei zentralen Werken der Spätromantik nach Bad Kissingen. Für das Doppelkonzert hatte Feser das Geschwisterpaar Cornelia (geboren 1995) und Christian Emmert (geboren 1993) mitgebracht. Beide musizieren seit frühester Kindheit zusammen. Sie zeigten sich mit einer einzigartigen Spielfreude und Exaktheit bei der Ausführung. In genauer Abstimmung mit Dirigenten und Orchester präsentierten sie das überaus anspruchsvolle Werk.

Von den drei Sätzen ist der erste der komplizierteste. Der zweite Satz ist schön, nachdenklich und träumerisch. Der dritte Satz ist ein Rondo mit einfachen Themen. Das Publikum zollte den Musikern mit langanhaltendem Applaus seine Hochachtung.

Nach einer Pause lag die "Sinfonie Nr. 6 in A-Dur" von Anton Bruckner auf den Notenpulten. Man merkte, dass Dirigent Gert Feser viel Arbeit und Herzblut in dieses Werk investiert hatte. Gert Feser deutete mit ernstem Mienenspiel auf schwierige Passagen hin, um die Musiker anzuspornen und sie nach gelungener Umsetzung mit einem Lächeln zu belohnen.

Bombastisch der erste Satz mit einem altösterreichischen Militärsignal. Sehr feierlich der zweite Satz. Ein ruhig dahin schreitendes Streicherthema gibt die Grundstimmung. Im dritten Satz begegnet man einem geisterhaften Scherzo, bevor mit majestätischen Fanfarenklängen auf das Finale zusteuert. Überaus beeindruckend, wie das Orchester bei der fast eine Stunde dauernden Sinfonie eine geleichbleibende Qualität bot. Man spürte trotz der hohen Anspannung und Konzentration der Musiker ihre überaus positive Spiellust. Dafür wurden sie von den Zuhörern mit langem Applaus belohnt.