Seit 34 Jahre gibt es die Burkardrother Theatergruppe. Mit der spritzigen Komödie "Räuber im Rock" von Arno Boas feierte sie am Wochenende in der Lauterer Edelweißhalle Premiere. Seit über drei Jahrzehnten steht die Burkardrother Theatergruppe für bestes Laienschauspiel. Mit einer gelungenen Kulisse, Charme, Spielfreude, Wortwitz, Situationskomik und beachtlicher Professionalität stellten alle Akteure eine turbulente Komödie auf die Bühne, die sofort begeisterte. So gelang es ihnen hervorragend, eine spannende Geschichte herauszuarbeiten, sodass die Aufführung vom Anfang bis zum Ende kurzweilig und packend war.

Man merkte, hinter ihrem Auftritt steckte viel Arbeit bei der Ausarbeitung der dargestellten Charaktere. Nichts war dem Zufall überlassen. Der Erfolg zeigte sich in den vielen Lachsalven des Publikums, welches jeden Gag mit viel Applaus belohnte. Gelb und lila gestrichene Wände, abgeschabtes Mobiliar, Papierschnipsel am Boden, eine kleine Küchenzeile, stellten eine chaotische Wohnküche dar, in der die Schauspieler agierten. Birgid May, als kreativer Kopf, hatte viel Liebe in die Details für Kostüme, Bühne und Ausstattung gesteckt, die keine Wünsche offen ließ.

In einer Wohngemeinschaft wohnen fünf Frauen, die aus Geldmangel auf der Suche nach einer weiteren Untermieterin sind. Die gutmütige Karin (Christine Krapf) versucht verzweifelt ihre pubertierende Tochter Tanja (Laura Rottenberger) zu erziehen und nebenbei auch noch den WG-Alltag in den Griff zu bekommen. Schauspielerin Sabine (Katrin Frank) träumt von ihrer Schauspielkarriere, die sportbesessene Siggi (Verena Rottenberger) kämpft mit ihren wechselnden Männerbekanntschaften und die Bäuerin Elvira (Carmen Balling) wünscht sich einen kleinen eigenen Bauernhof. Für zusätzliches Durcheinander sorgen der Versicherungsvertreter Paul Baumann (Anton Büchs) und Tanjas Freund Dieter (Florian Hein).

Um unterzutauchen, flüchtet sich plötzlich Bankräuber Charly (Tony May) als die russische Frau "Danuscha" in das Haus der fünf Frauen. Er wird als die gesuchte neue Untermieterin von den WG-Frauen freundlich aufgenommen und mit der Zeit entwickelt er sich zur guten Seele der Wohngemeinschaft. Brenzlig wird es erst, als sein Komplize Ralf (Christoph Ehrenberg) seinen Teil der Beute einfordert, der Nachbar Oskar (Kurt Manger) eindeutige Angebote macht und der Vermieter Herr Gerber (Jan Fehr) eine kräftige Mieterhöhung ankündigt.

Nicht nur das Publikum war von der Aufführung begeistert. Auch Regisseur Anton Büchs war sehr zufrieden mit seinen Schauspielern: "Sie haben es super gemacht", sagte er nachher. "Was mich beeindruckt hat, eine Steigerung der Spielfreude und Leidenschaft gegenüber der Generalprobe." Seit November hatte die Truppe einmal und seit Fasching zweimal wöchentlich geprobt. Statt Hochdeutsch wird Rhöner Dialekt gesprochen. Da muss mancher Ortsfremder grübeln, was mit "ich mach dann Rouck dannich fertich" gemeint ist. "Man hat die Grundidee im Kopf, alles andere entwickelt sich in den Proben weiter. Wir sind ein tolles Team. Es ist nicht nur das Theaterspiel, sondern auch das vorher und das nachher. Diese Gemeinschaft macht unsere Freude am Theaterspielen aus und bringt uns den Erfolg", so Anton Büchs.

Auch Monika Grom war zufrieden. Als Souffleuse musste sie keinen Text einsagen, sondern nur zur Sicherheit da sein. "Ich bin stolz auf unsere Truppe", fügte sie hinzu. "Mit dem Erfolg beim Publikum holen wir uns den verdienten Lohn für die lange Vorbereitung und Arbeit ab", meinten beide einstimmig. Eine überaus gelungene Premiere, die im Pfarrsaal Bad Bocklet am 6., 7., 13. und 14. April, jeweils um 19.30 Uhr, eine Wiederholung finden wird.