Nach zähem Ringen ist es endlich soweit. Eine junge Frau aus Stangenroth darf nun am Ortsrand ihre Pferde halten und einen Unterstand errichten. Ganze drei Sitzungen des Gemeinderats waren für den Beschluss notwendig. Ursprünglich wollte die Bauherrin die Tiere für Reitpädagogik nutzen. Davon ist sie jetzt abgekommen. Das sorgte bei den Gemeinderäten für Verwunderung.

Burkardroth: Thema war bereits mehrfach auf der Tagesordnung

"Das Vorhaben hat uns schon öfters beschäftigt", sagte Bürgermeister Daniel Wehner (CSU) eingangs. Die erste Bauvoranfrage der Frau lehnte das Gremium im Oktober ab. Einer der Gründe: Das Areal befindet sich im unbeplanten Außenbereich des Ortes. Und: Die Reitpädagogik stellt keine privilegierte Nutzung dar. Die Kommune hätte mit der Genehmigung einen Präzedenzfall geschaffen. Kritik entbrannte damals auch um die Wasserversorgung und die Zufahrt für Patienten zum Reitgelände.

Nur wenige Monate später - im Februar diesen Jahres - fand sich das Anliegen der Bauherrin erneut auf der Tagesordnung. Sie hatte diverse Änderungen in den Plan eingebaut, darunter beispielsweise eine andere Herangehensweise an die Zufahrt. "So entspricht es unseren Vorgaben", sagte Marktgemeinderat Johannes Schlereth (zufällige Namensgleichheit mit dem Autor) damals. Die anderen Gremiumsmitglieder sahen das ähnlich und gaben der Voranfrage ihr Placet. Am 1. April gab dann auch das Landratsamt der Voranfrage aus dem Februar grünes Licht. Daraufhin reichte die Bauherrin den Bauantrag ein.

Stangenroth: Bauherrin hatte Änderungen eingebaut

In diesem fanden sich weitere Änderungen. Die Bauherrin möchte den Reitzirkel von der südöstlichen an die südwestliche Grundstücksgrenze verlegen. Eine Forderung des Landratsamt war, den Dungplatz zu betonieren. Das möchte die Bauherrin aber nicht. Nach Rücksprache mit der Behörde pflastert sie den Dungplatz nun. Auf das Pflaster kommt ein Hänger, auf dem der Pferdemist gesammelt wird. Zudem muss sie den Dungplatz überdachen. Eine auf dem Grundstück bestehende Maschinenhalle möchte sie für ihre Pferde nutzen.

Vom Tisch ist auch die Zufahrt und damit das vom Gremium befürchtete hohe Verkehrsaufkommen durch Patienten: Die Bauherrin möchte die Tiere nicht mehr für Reitpädagogik nutzen. Gemeinderat Eugen Edelmann war verwundert: "Ist das nicht mehr für die Therapie gedacht, sondern nur noch für die private Nutzung?" Daniel Wehner bejahte das. Einstimmig genehmigte das Gremium daraufhin den Bauantrag.

Markt Burkardroth: Weitere Bauanträge aus der Kommune

Neben dem Reitgelände befasste sich der Marktgemeinderat zudem mit sechs weiteren Bauanträgen. In Burkardroth entsteht im Julius-Echter-Weg ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage. Ein Bauherr in Lauter darf nun eine Garage an sein Haus anbauen. Bauarbeiten dürften auch bald im Waldfensterer Lauterweg beginnen. Ein Bauherr möchte dort ein Einfamilienhaus bauen und eine Scheune teils abreißen. Dort sollen Garagen und eine Hobby-Werkstatt entstehen.

In Stangenroth darf ein Bauherr nun per Beschluss ebenfalls eine Garage bauen. Der Antrag eines anderen Bauwilligen aus Stangenroth wurde nicht behandelt. "Da gibt es noch Klärungsbedarf zu seinem Carport", äußerte sich der Rathauschef.

Bauprojekt in Burkardroth: Droht Hochwasser?

Grünes Licht erhielt auch ein Bauherr aus Burkardroth. Er möchte eine Holzhalle in der Oberen Marktstraße bauen. "Es ist bis auf einen Aspekt recht unproblematisch", konstatierte Daniel Wehner. "Es liegt im Überschwemmungsbereich der Aschach." Um das Placet des Gremiums zu erhalten, musste der Bauherr eine Verpflichtung unterschreiben, dass er sich dessen bewusst ist. Bei Schäden durch Überschwemmungen hat er keine Ansprüche gegenüber der Kommune.