Es ist Tradition vieler Brauereien, ihre Mitarbeiter auch durch den sogenannten Haustrunk zu entlohnen. In der Bild-Zeitung kritisiert Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, dieses Vorgehen. "Das Zahlungsmittel in Europa ist der Euro und das ist auch richtig so", sagt die 61-Jährige aus Mittelfranken. Und sie sagt: "Ich bin mir sicher, dass es Alkohol als Lohnbestandteil in zehn Jahren nicht mehr geben wird." Julia Malangre-Klesper von der Inhaberfamilie der Will-Bräu in Motten hat dafür wenig Verständnis.

Die Will-Bräu ist eine der wenigen im Landkreis verbliebenen Brauereien. Auch sie gewährt den Haustrunk, der je nach Brauerei bei etwa 50 Liter pro Monat liegt. "Das ist sogar Teil der tariflichen Forderungen."

Dass Mitarbeiter nicht nur ihr Gehalt überwiesen bekommen, sondern auch etwas mit nach Hause nehmen dürfen, sei "ganz typisch, nicht nur für Bayern".

Wie viel Liter die etwa 70 Mitarbeiter im Jahr als Haustrunk bekommen, hat Malangre-Klesper nicht im Kopf, denn "das ist ja tariflich genormt, da gibt es keine individuellen Absprachen"
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Sie bedauert, dass das Bier immer wieder in Misskredit gerate. "Die Mitarbeiter wären traurig, wenn ich das jetzt streichen würde." Und noch etwas spricht aus ihrer Sicht eindeutig gegen Mortlers Vorhaben: Die Mitarbeiter könnten aus allen Produkten auswählen: Will-Bräu füllt etwa 30 Produkte ab - etwa die Hälfte sind alkoholfrei.