Bad Kissingen — Beim sechsten Bad Kissinger Rakoczylauf passte am Samstagvormittag im Hans-Weiss-Sportpark einfach alles: Die Sonne schien bei erträglichen Temperaturen, die Organisation klappte wie am Schnürchen und die jungen Läufer vom Kindergarten-Zögling bis zum Viertklässler der Grundschule zeigten Höchstform und beste Stimmung. Mit 160 Startern war die Teilnehmerzahl sogar um 30 höher als 2013.
"Diese Veranstaltung ist einmalig", freute sich denn auch Herbert Höfner (78), seit über 50 Jahren Leiter der Leichtathletik-Abteilung des TSV Bad Kissingen. Er meinte damit nicht nur den erfolgreichen Verlauf, sondern die Einmaligkeit dieser Sportveranstaltung in der Region. "So etwas gibt es woanders nicht." Selbstverständlich ließ es sich Höfner auch diesmal nicht nehmen, bei allen Kinderläufen die Startklappe zu schlagen. Die technische Organisation hatte er allerdings wie immer Manfred Klabouch und dessen 20-köpfigem TSV-Team überlassen. Mit heulendem Megafon unterstützte dieser jeden Rundenlauf.
Wie beim Windhundrennen liefen die Kleinsten voller Eifer hinter dem Hasen her. Dieser war pinkfarben und wurde wie immer von Sportmediziner Matthias Haase verkörpert. Haase gehörte zum Kissp@d-Team, das mit ebenfalls 20 Helfern unter Leitung der Vorsitzenden Frank Kubitza und Christina Keller für den geordneten Ablauf, Urkunden- und Medaillenverteilung sowie die abschließende Siegerehrung verantwortlich war.
Doch vor dem Preis stand der Fleiß: Erstmals gab es heuer eine 4x200-Meter-Familienstaffel. Jeweils zwei Erwachsene und zwei Kinder mussten ihr Können und ihren Teamgeist beweisen. Dabei zeigte sich in Einzelfällen, dass sich mancher Elternteil vom Wettkampffieber allzu sehr packen ließ und seinem Sprössling vielleicht doch zu viel abverlangte.
Manche Träne floss auch bei den Jüngsten: Mal stürzte ein Mädchen gleich nach dem Start, weinte bitterlich und ließ sich gleich von fünf Müttern trösten. Ein anderes Mal blieb trotz größter Anstrengung dann doch der erhoffte sportliche Erfolg aus. Am Ende bekam aber jeder Läufer seine Urkunde und Medaille, so dass die Enttäuschung schnell wieder verflogen war.
Gingen die Jüngsten und die Vorschüler aus den Kindergärten des Großraums Bad Kissingen noch mit jeweils 50 Läuferinnen und Läufern an den Start, nahm die Zahl bei den Grundschülern mit wachsendem Alter rapide ab. Die ersten beiden Schuljahrgänge brachten zwar noch jeweils um die 20 Läufer an den Start. Doch schon der dritte Schuljahrgang trat nur mit zwölf, die vierte Klasse gar mit nur sieben Startern an. "Mit zunehmendem Alter ist es uncool", glaubte eine Erzieherin den Grund zu wissen.