Sieben Jahre Brache sind seit dem Abbruch der ehemaligen Hein-Kalk-Klinik vergangen bis endlich die Bauarbeiter angerückt sind. Seit kurzem laufen die Arbeiten zur Sanierung des Runden Brunnens inklusive neuem Technikgebäudes in der Unteren Saline. "Der Brunnen wird momentan abgesenkt. Sonst können wir den neuen Schacht nicht bauen" berichtet Hartmut Holzheimer vom Wasserwirtschaftsamt. Der Runde Brunnen schüttet 600 Liter Wasser pro Minute. Damit die Arbeiter die alten Brunnenleitungen trennen und neue Leitungen verlegen können, muss Wasser abgepumpt werden. Weitere Schwierigkeit: Weil das Wasser extrem CO2-haltig (Kohlenstoffdioxid) ist, wird dem Brunnen über ein Gebläse außerdem ständig frische Luft zugeführt, damit entweichendes Gas nicht die Arbeiter gefährdet.


Parkanlage am Gradierbau

1,7 Millionen Euro investiert der Freistaat in die Erneuerung des Runden Brunnens, in ein neues Technikgebäude mit Elektropumpe und in die Außenanlagen. " Mit den Kosten liegen wir bisher im Rahmen", sagt Holzheimer. Die Heilquelle, die zuletzt hinter einem Holzschuppen verborgen lag, soll nach den Plänen des Staatlichen Bauamts wieder erlebbar werden. Über der Heilquelle ist eine Plexiglaskuppel geplant, so dass Besucher dass sprudelnde Wasser sehen könne. Rund herum sind 3,50 Meter hohe Eisenstelen vorgesehen. Ein 90 Meter langer Weg soll am Brunnen vorbei und durch das Technikgebäude führen und die Tiefe des Brunnens verdeutlichen. Die Außenanlagen werden parkähnlich mit Blauglockenbäumen und Blumenbeeten gestaltet. Entlang des Wegs ist unter anderem eine Zapfstelle vom Luitpoldsprudel zur Trinkkur geplant, ebenso wie ein Infobildschirm.

Ziel ist es, die Arbeiten bis Mai abzuschließen. "Bis die Kursai son richtig losgeht, wollen wir fertig sein", erklärt Holzheimer. Fachlich wird das Projekt vom Staatlichen Bauamt und vom Wasserwirtschaftsamt umgesetzt, für den Betrieb ist später die Staatsbad GmbH Bad Kissingen zuständig. Im Zeitplan ist das Projekt allerdings schon jetzt um eine Woche zurückgeworfen. Der Grund: Die erste Pumpe, die das Wasserniveau senken sollte, war von der Kapazität nicht ausreichend. Es musste eine neue beschafft werden. Aber auch der Frost der letzten Tage erschwert die Arbeiten. Trotzdem wurden laut Holzheimer bislang rund 200 Kubikmeter Erde für das neue Technikgebäude ausgebaggert.


Letzte Abrissarbeiten nötig

In den nächsten Tagen rückt ein Abrissbagger an, um Mauerreste vom ehemaligen Heizkeller der Heinz-Kalk-Klinik abzureißen. Wegen des Heilwassers im Untergrund gilt es beim Abbruch, heftige Erschütterungen zu vermeiden. "Der Bagger wird die Klinikmauer stückchenweise abknabbern", sagt Holzheimer.


Infos zum Runden Brunnen am Gradierwerk

Heilquelle Bei dem 1788 entdeckten Runden Brunnen handelt es sich um eine Eisenkochsalzquelle. Das Wasser ist mit 2000 Milligramm pro Liter sehr Kohlensäurehaltig. Der Brunnen ist 90 Meter tief. Die Wassertemperatur liegt bei 18 Grad Celsius, so dass das Kneippbecken ganzjährig in Betrieb ist.

Nutzung Die Heilquelle wird seit 1841 genutzt zur Badekur und Inhalation, bis 1966 wurde aus dem Wasser Salz gewonnen. Heute berieselt das Wasser den Gradierbau und füllt die Kneippanlage. Zudem dient der Runde Brunnen als Ersatz für den Schönbornsprudel und speist bei Bedarf die KissSalis-Therme. Der Runde Brunnen war vom Salinenbad (1841 - 1965) und später von der Heinz-Kalk-Klinik überbaut. Diese wurde 2009 abgerissen, der Runde Brunnen saniert. Seitdem lag das Areal am Gradierbau brach, bis zum Baubeginn vor wenigen Wochen.