Der Ratssaal in Bad Kissingen ist dekoriert mit Flaggen, wie bei einem Staatsempfang, und zeigt symbolisch wie international und bunt sich die Stadt die neunte Auflage der Interkulturellen Woche vorstellt.

Ana Maria Benevides Werner, Vorsitzende des Integrationsbeirats der Stadt, wünscht sich gesellschaftliche Akzeptanz, fruchtbaren Austausch und hofft auf regen Besuch der insgesamt zwölf Veranstaltungen. Sie sieht den Beirat als Bindeglied und Vermittler zwischen kommunalen und politischen Einrichtungen und betrachtet Integration von Migranten als Beitrag zum freundschaftlichen Miteinander.

Oberbürgermeister Kay Blankenburg steht hinter der Veranstaltungsreihe und lässt erkennen, dass ihm dieses Thema wichtig ist: "Integration wird bei uns großgeschrieben", lobt er das ehrenamtliche Engagement des Integrationsbeirats: "Hier wird mit Liebe geschafft", ruft er den Verantwortlichen zu und wandelt das Motto "Vielfalt verbindet" in ein politisches Statement um: "Vielfalt, statt Einfalt", wünscht er sich für die Stadt und erhält dafür ganz starken Applaus.

Musik verbindet

Dieses kleine Einbürgerungsfest ist ein vielversprechender Beginn der Veranstaltungswoche. Wenn die ganz junge Ricarda Schlag ganz unaufgeregt zur Violine greift, um die Eurovisionsmelodie zu spielen. Cilene Kubisch mit interessanter Stimme und viel Gefühl portugiesisch singt, einen Fado, das Liedgewordene, leicht traurige Lebensgefühl Portugals. Teenager Emilie Piening eine Rockballade zu Besten gibt, und das Ehepaar Romanetsky mit "Kalinka" in die russische Seele blicken lässt. Da klatscht der Saal fröhlich mit, und wenn Dmitry und seine Ziehharmonika dann noch zum Mitsingen einlädt, dann klingt ein internationales "Heidii-heidaa" - der Refrain des deutschen Volkslieds "Ein Heller und ein Batzen" - im Rathaus. So einfach kann Völkerverständigung sein.

Matthias Vollmuth erinnert an die Not derer, die nicht geflüchtet sind, die Not in den Ländern aber groß ist, und stellt das Projekt "Liebe im Karton" vor. Weihnachtspäckchen für Kinder in Syrien, ein hübsch aufgemachter Faltkarton, der mit lieben, witzigen, nützlichen Dingen für Kinder gepackt werden soll und bis 16. November "zugebunden, aber nicht zugeklebt" bei der Caritas in der Hartmannstraße 2a in Bad Kissingen abgegeben werden soll. Dort sind die Faltkartons auch erhältlich. Weitere Informationen unter www.liebe-im-karton-de

Was Flüchtlingskreise leisten

Was die Flüchtlingskreise, meist still im Hintergrund, leisten, wird dann in den Gesprächsrunden im Foyer besprochen, wo Bürgermeister Thomas Leiner der neuen Kurdirektorin Sylvie Thormann Karin Reinshagen als Stadtratsbeauftragte für Integration vorstellt. Die bestätigt dann auch die Aussagen des Oberbürgermeisters, der eine "Willkommenskultur wie selten woanders" in der Stadt sieht. Von Beginn an glänzend gemanagt vom Integrationsbeauftragten des Landkreises Stefan Seufert, lobt sie. Und für die Stadt eben durch Karin Reinshagen und die Flüchtlingskreise umgesetzt, stellt Leiner fest.

Die Veranstaltungsreihe wird bis zum 28. Oktober fortgesetzt. Informationen unter www.inbei-badkissingen.de