Regionalmanagerin Cordula Kuhlmann berichtete in der Sitzung des Wildfleckener Marktgemeinderates über die Zukunft des Konversionsmanagements im Landkreis Bad Kissingen. Konversion bedeutet besonders in der Marktgemeinde die notwendige Anpassung der strukturellen Gegebenheiten an die künftigen Bedürfnisse der Bürger nach dem plötzlichen Wegfall des großen US-amerikanischen Militärstandortes in den 1990er Jahren. Eine Zäsur, die bis heute nachwirkt.


Wohl weniger Fördersumme

"Die Zeichen für eine Fortführung sind sehr positiv. Aber wir können wohl nicht mehr ganz mit der bisherigen Fördersumme rechnen", betonte Kuhlmann, die einen kurzen Überblick über die bereits begonnenen Projekte in der Marktgemeinde Wildflecken gab. Die Vermarktung des Gewerbeparks am Kreuzberg beschäftigt das Konversionsmanagement zum Beispiel von Anfang an intensiv. Doch das Konversionsmanagement kümmert sich nicht allein um die strukturellen Probleme in der Marktgemeinde Wildflecken, sondern stößt auch eine überregionale Vermarktung für den gesamten Landkreis Bad Kissingen an.

In Wildflecken direkt hatte das Konversionsmanagement einen von mehreren Schwerpunkten auf die Belebung des Tourismus‘ gelegt. In mehreren Workshops wurde ein umfangreiches Tourismuskonzept entwickelt. Auch das Filmprojekt Zeitgeschichte entstammt dem Konversionsmanagement. Hieraus entstand letztlich der Kurzfilm über die Wildfleckener Militärhistorie, der vor wenigen Wochen veröffentlicht worden und in den USA bereits auf breites Interesse gestoßen ist. "Die englische Fassung des Films ist auch fast fertig gestellt", berichtete Kuhlmann.


Positive Signale beim Ratskeller


Immer wieder beschäftigt hat sich das Konversionsmanagement mit der Zukunft des seit Jahren verwaisten Ratskellers. Hierbei sieht Kuhlmann erste positive Signale. "Aber ich möchte dem Bürgermeister nicht vorgreifen." Hilfestellung gibt das Konversionsmanagement bei der Neustrukturierung im Haus der Schwarzen Berge. "Die Öffnungszeiten wurden verbessert und harmonisiert. Uns war vor allem wichtig, dass man sich die Öffnungszeiten besser merken kann", so die Regionalmanagerin. Die Besucherzahlen seien bereits um rund neun Prozent gestiegen. Kuhlmann hofft, dass nach dem Umbau der Einrichtung die Besucherzahlen noch weiter gesteigert werden können.

Verbessert wurde die Beschilderung rund um den Gewerbepark am Kreuzberg in Oberwildflecken. Auch über den Gewerbepark wurde ein werbender Kurzfilm gedreht. "Die Konkurrenz schläft aber nicht. Es gibt gerade bei den Gewerbeparks einen extrem großen Wettbewerb in der Vermarktung", machte Kuhlmann klar. Ebenfalls im Rahmen des Konversionsmanagements wurde das Konzept für den neuen Pumptrack in Wildflecken entwickelt. Die Regionalmanagerin hofft auf eine Umsetzung möglichst im kommenden Jahr. Viele Jugendliche in der Gemeinde hatten bei der planerischen Ausgestaltung des neuen Freizeitgeländes selbst mitgewirkt.
Weiter ausbauen möchte Cordula Kuhlmann die Standortkampagne für den Landkreis Bad Kissingen, die weit über die Rhön hinaus durchgeführt wird und Fachkräfte auf den Standort aufmerksam machen soll. Auch das Filmprojekt Zeitgeschichte soll in Wildflecken fortgesetzt werden. "Wir wollen aber nicht nur in die Vergangenheit schauen, sondern uns für die Zukunft gut aufstellen", sagte sie.


Fortsetzung des Konversionsmanagements

"Die Arbeit, die im Rahmen des Konversionsmanagements geleistet worden ist, ist für uns unbezahlbar und wertvoll", konstatierte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW). "Aus eigener Kraft hätten wir das alles nicht geschafft." Einstimmig votierten die Räte für einen Folgeantrag zur Fortsetzung des Konversionsmanagements.

Kuhlmann berichtete auch über die Planungen zur Konzeptionierung der Elektromobilität im Landkreis Bad Kissingen. "Insellösungen sollten vermieden werden. Es ist ein absolut dynamischer Markt, der zum Teil sehr unübersichtlich ist", erklärte die Regionalmanagerin. Daher soll eine Arbeitsgemeinschaft die Interessen aller Kommunen im Landkreis bündeln. Dabei wird es nicht nur um die Elektromobilität für Pkw gehen, sondern auch um die Zukunft der sogenannten E-Bikes. Auch die kommunalen Bauhöfe denken bereits über eine Umstellung auf Elektrofahrzeuge nach. "Man darf nicht isoliert auf eine Gemeinde schauen, sondern muss den gesamten Verbund sehen. Wir wollen gemeinsam als Landkreis fortschreiten." Die Wildfleckener Räte entschieden sich geschlossen dazu, der Arbeitsgemeinschaft Elektromobilität im Landkreis beizutreten. "Es kommen keine Kosten auf die Gemeinde zu", so Kleinhenz. Die Arbeitsgemeinschaft wird zunächst auf fünf Jahre gebildet.


Nachbarschaftsstreit abgewendet, Baulücke kann geschlossen werden

Erneut hat der Marktgemeinderat über das Bauvorhaben von David Bär beraten, der in der Sonnenstraße in Wildflecken ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage errichten möchte. Knackpunkt dieses Vorhabens war bislang der Abstand der Doppelgarage zu einem bestehenden benachbarten Wohnhaus. Nun will der Bauherr einen womöglich drohenden Streit mit dem zukünftigen Nachbarn vermeiden und schlägt die Verschiebung der Garage innerhalb des Grundstücks nach hinten vor, damit die Sichtverhältnisse des Nachbars nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. "Es ist eine Einsicht erfolgt, damit ein vernünftiger Kompromiss möglich ist", so Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) erleichtert. "Wenn das Nachbarschaftsverhältnis nicht gestört wird, dann ist allen gedient. Es ist gut, wenn eine Baulücke im Ort geschlossen werden kann." Der Gemeinderat erteilte einstimmig sein Einvernehmen.

Von der Firma Paul & Co in Oberwildflecken lagen Bauanträge zur Umstrukturierung der beiden Werke 1 und 2 vor. Darüber hinaus ging es um die Errichtung der neuen eingehausten Verladezonen. "Wichtig ist, dass der Ort von parkenden Lkw entlastet wird", so Bürgermeister Kleinhenz. Die Räte hatten keine Einwände.

Roland Fröhlich möchte sein Dachgeschoss ausbauen und zwei Gauben auf dem Anwesen an der Ziegelhütte errichten. Die Gemeinderäte stimmten zu. Von Leo Frikel lag ein Antrag zur Einhausung der Balkone und zum Neubau einer Eingangstreppe mit Vordach vor. Das Anwesen liegt in der Altglashüttener Straße. Das Gremium bewilligte das Vorhaben einstimmig.

Am katholischen Pfarrhaus im Kirchenpfad in Wildflecken sollen neue Büroräume angebaut werden. Auch bei diesem Antrag erteilte die Gemeinde ihr Einvernehmen. In dem großen Anbau sollen ein Sekretariat mit WC und weitere Büroräume untergebracht werden.

Bürgermeister Gerd Kleinhenz stellte abschließend in Aussicht, dass schon im Januar des kommenden Jahres öffentlich über die Zukunft des leer stehenden Ratskellers informiert werden soll. Es gehe um ein wegweisendes Projekt. Nach einem kurzen Jahresrücklick sprach der Bürgermeister seinen Dank an die Gemeindeverwaltung und die Gemeinderäte für das engagierte Wirken und die gute Zusammenarbeit aus.