"Traditionell fränkisches Essen und Spezialitäten aus Thailand", verspricht Herbert Priestner, neuer Pächter des Fränkischen Hofs, in seiner Speisenkarte. Das Gasthaus ist ein altes Gebäude, erst kürzlich modernisiert, mit einer über 600 Jahre alten Geschichte und einem Gewölbekeller der besonderen Art, auch Zwinger genannt, weil er in früherer Zeit angeblich als Gefängnis genutzt wurde. Über 50 Gäste können hier unten zusätzlich bewirtet werden.
Bei warmen Temperaturen können Gäste zur Straße hin auf der recht neuen Terrasse im Freien sitzen. Aber auch hinter dem Haus könnte ein überdachter und geschützter Biergarten entstehen, "doch dafür muss noch einiges aufgeräumt und verändert werden", sagt Priestner und gibt dieser Entscheidung nicht die höchste Priorität. Das Wichtigste seien jetzt die Küche, der Gastraum und die Zimmer, die nach drei Jahren zwar etwas verstaubt, aber grundsätzlich auf neuem Stand sind.


Karte bleibt

Der aus Österreich stammende Wirt war neun Jahre lang Pächter der Volkersberger Klosterschänke, die er aufgrund von Eigennutzung des Klosters aufgeben musste. Daraufhin begab er sich auf die Suche nach einem neuen Gastbetrieb. Ein Bekannter wies ihn auf das leerstehende Objekt in Zeitlofs hin. "Als ich durch die Fenster schaute, wusste ich sofort: das ist es", erzählt der 60-jährige freudig. Ein heller und einladender Gastraum in Holz ausgekleidet und der Eingangsbereich offen und freundlich einladend so ist der erste Eindruck trotz der Aufräumarbeiten, die Priestner und seine Frau Sirikorn leisten. Eine neue Zapfanlage und eine neue Leuchtreklame über der Theke und vor dem Haus wurden bereits installiert. "Die Karte bleibt zum großen Teil so wie sie war", sagt Priestner, denn sie habe sich bewährt.
Zusätzlich stehen auf seiner Karte Forellen aus Riedenberg, selbst gemachte Pizza und - bedingt durch die Herkunft seiner Frau - einige besondere thailändische Gerichte. Dafür ziehe er die Zutaten in einem Gewächshaus selbst, denn frische Zutaten seien ihm sehr wichtig, sagt er.
Im ersten Stock des Gebäudes schließen sich drei großzügig und ebenfalls aus hellem Holz gestaltete Doppelzimmer an, die ab sofort vermietet werden können. "Wir müssen zum Glück nicht viel machen, nur das Putzen und Einräumen ist sehr zeitaufwendig", sagt der Wirt. Denn zukünftig will Herbert Priestner mit seiner Frau und dem vierjährigen Sohn, der momentan noch in Volkers in den Kindergarten geht, in eine separate Wohnung im Gasthaus ziehen.
Eine Internet- und eine Facebookseite gibt es schon. "Die Resonanz ist gigantisch", sagt Priestner. Über 150 Abonnenten hat die Seite, und viele positive Kommentare deuten auf einen großen Bedarf im Ort hin, freut sich der Wirt.


Örtliche Gepflogenheiten

Genauso begeistert ist auch Bürgermeister Wilhelm Friedrich von der Neueröffnung des Fränkischen Hofs. "Alle freuen sich sehr, dass es in Zeitlofs wieder eine Gastwirtschaft gibt", sagt er. Zusammen mit dem kommenden Radweg seien das tolle Aussichten für die Region.
Dann muss er los, der erfahrene Wirt, ein Termin mit dem Bürgermeister treibt ihn um. Der will die letzten Details mit ihm besprechen und Priestner über "örtliche Gepflogenheiten" aufklären. Damit es einen guten Start gibt.