Die gemeindliche Jugendarbeit im Markt Wildflecken leidet zwar unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie, ist aber keineswegs komplett auf Eis gelegt. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates berichteten die beiden "Pro Jugend"-Mitarbeiter Ulrike Abersfelder und Thomas Wedler, die online per Videokonferenz zugeschaltet waren, über die aktuellen Entwicklungen. Ein Großteil der Kommunalpolitiker war ebenfalls online zugeschaltet, denn der Wildfleckener Gemeinderat tagt aktuell wieder in stark verkleinerter Form als Corona-Ausschuss.

Der Markt Wildflecken ist seit Ende 2014 Mitglied im Verein "Pro Jugend" im Landkreis Bad Kissingen. "Die Jugendarbeit ist ein wichtiges Feld, auch und in gerade in Zeiten der Pandemie", sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW). Thomas Wedler stellte das aktuelle Konzept der Jugendsozialarbeit in Wildflecken vor. "Junge Menschen zu fördern und zu unterstützen", sei sein vorrangiges Ziel. Wedler ist erst seit wenigen Monaten für die Jugendsozialarbeit in der Marktgemeinde zuständig. Daher startete er seine Arbeit an der Sinntalschule in Wildflecken, um dort erste Kontakte zu Lehrern, Eltern und Schülern zu knüpfen.

Zusammenhalt fördern

Verschiedene Module sollen in Zukunft den Zusammenhalt der Kinder in der Klasse fördern. "Gerade aufgrund der psychischen Belastungen in der Corona-Pandemie ist es wichtig, den Kindern und Jugendlichen neue Angebote zu machen. Auch in den Familien selbst nehmen die Belastungen im Moment eher noch zu", berichtete Wedler.

Ein "Kinder-Kino" nannte Wedler als Beispiel für ein neues Freizeitangebot. Dieses Vorhaben könne unter Berücksichtigung von Hygiene-Auflagen auch in der Pandemie umgesetzt werden, ist Wedler überzeugt, der momentan hauptsächlich Netzwerk-Arbeit betreibt. "Es gibt derzeit vor allem viele Einzelgespräche." Bürgermeister Kleinhenz zeigte sich erfreut darüber, dass "Pro Jugend" nun einen weiteren Mitarbeiter für den Markt Wildflecken bereitgestellt hat als personelle Unterstützung für Ulrike Abersfelder. Die 26-Jährige ist seit 2018 bei "Pro Jugend" und für die Stadt Bad Brückenau sowie den Markt Wildflecken in Sachen kommunaler Jugendarbeit tätig.

In Kommunalpolitik und Gesellschaftsfragen einbringen

Vieles konnte Ulrike Abersfelder in recht kurzer Zeit bereits bewegen. So hat mittlerweile jeder der drei Wildfleckener Ortsteile einen eigenen kommunalen Jugendraum. "Eine positive Entwicklung, die mich persönlich auch sehr freut", so Abersfelder. "Trotz des schwierigen Jahres 2020 haben sich immer noch Jugendliche stark engagiert." Der Kontakt im Netzwerk mit den Jugendlichen laufe auch aufgrund der Pandemie vor allem online über "Social Media". "Gerade in der Jugendarbeit ist es mittlerweile ein Muss, in den sozialen Netzwerken präsent zu sein", sagte Abersfelder. Darüber hinaus sei es aber auch wichtig, "ein offenes Ohr für die Jugendlichen zu haben und beratend zur Seite zu stehen". Abersfelder möchte die Jugendlichen dazu ermuntern, sich in der Kommunalpolitik und in gesellschaftlichen Fragestellungen einzubringen. "Demokratie erleben und erfahren" sei ein wichtiges Themenfeld ihrer Arbeit.

Zielgruppe einbinden

Bei der Entstehung des Wildfleckener Pumptracks wirkten Jugendliche selbst bei der Namensfindung mit und reichten auch verschiedene Vorschläge für ein Logo ein. Bei der Spielplatzbegehung in Oberbach machten sich einheimische Kinder selbst ein Bild von der aktuellen Lage. "Es ist wichtig, dass man die Zielgruppe einbindet, wenn man den Spielplatz verbessern will", so Abersfelder. Auch für die Gestaltung des Areals rund um den neuen Pumptracks haben Jugendliche zahlreiche Vorschläge eingereicht. "Vielleicht kann man mit Hilfe von Fördergeldern den ein oder anderen Vorschlag verwirklichen", hofft die 26-Jährige.

Im zurückliegenden Jahr wirkte die kommunale Jugendarbeit stark beim Wildfleckener Ferienprogramm mit. Dabei habe sich die Beteiligung der örtlichen Vereine im zurückliegenden Jahr stark verbessert, hat Abersfelder beobachtet. Aktuell untersucht sie, was die Beweggründe von Jugendlichen sind, die Heimatgemeinde zu verlassen, und worin die Chancen und Möglichkeiten liegen, dass die Jugendlichen wieder in ihre Heimat zurückkehren. "Nach meiner Einschätzung sind die Kinder und Jugendlichen die größten Verlierer der Pandemie. Daher ist die Unterstützung durch die kommunale Jugendarbeit ungeheuer wichtig", so Bürgermeister Kleinhenz.

Neue Spielgeräte für Oberbachs Spielplatz

Für den Spielplatz in Oberbach stehe die Bestellung neuer Spielgeräte unmittelbar bevor, berichtete der Rathauschef. "Die Wünsche der Kinder waren natürlich sehr groß und umfangreich", sagte Kleinhenz: "Aber auch die Bereitschaft einiger Väter war sofort da, sich selbst aktiv bei der Sanierung des Spielplatzes einzubringen." Rund 20.000 Euro werden die unterschiedlichen neuen Spielgeräte zusammengerechnet kosten. Dazu kommen noch Fallschutzeinrichtungen, Holzkonstruktionen und weitere gestalterische Elemente. "Wir müssen etwas tun", forderte 3. Bürgermeister Herbert Nowak (CSU/PWG/OWII). "Die Investitionssumme von 20.000 Euro ist gefühlt allerdings sehr hoch."

Gerd Kleinhenz machte seinen Standpunkt klar: "Es ist bitter nötig, dass am Oberbacher Spielplatz etwas gemacht wird. Der Spielplatz ist knapp 30 Jahre in Betrieb, und es ist eigentlich immer nur zurückgebaut worden, wenn etwas defekt war." Der Marktgemeinderat stimmte der Beschaffung der Spielgeräte für rund 20.000 Euro zu. Es gab nach kurzer Diskussion über die Notwendigkeit der Sanierung dann auch keine Gegenstimmen.

Bauen und Wohnen

In der Bergstraße in Oberbach werden ehemals gewerbliche Verkaufs- und Lagerräume zu einer Doppelgarage mit Abstellräumen umgebaut. Der Gemeinderat erteilte sein Einvernehmen. In der Rhönstraße in Oberbach wird an einem bestehenden Wohnhaus ein Wintergarten angebaut. Von der Straße aus wird der Wintergarten nicht einsehbar sein. Das Gremium stimmt dem Bauvorhaben zu.

Ebenfalls in der Rhönstraße in Oberbach ist an einem anderen bestehenden Wohngebäude eine Aufstockung samt Vergrößerung des Treppenhausanbaus sowie die Errichtung einer Flachdachterrasse und eines Edelstahlaußenkamins geplant. Vor Ort hatten sich die Räte bereits ein Bild von dem Vorhaben gemacht. Das Dachgeschoss soll zu einem Vollgeschoss umgebaut werden, sodass das Gebäude künftig dreigeschossig sein wird. Über die Einfügung ins Ortsbild hatten die Räte bereits ausführlich diskutiert. Zum aktuellen Bauantrag gab es keine Einwände. Der Marktgemeinderat erteilte sein Einvernehmen.

Das Baugebiet "Oberer Kapellenweg" in Wildflecken wird teilweise erschlossen. Es geht aktuell um sechs zusätzliche Bauplätze. Von rund 315.000 bis 660.000 Euro reichte die Spanne der Angebotssummen für die tiefbauliche Erschließung. Den Zuschlag erhielt die Firma Väth aus Oberbach als günstigster Anbieter. Im April soll die Erschließung bereits beginnen. Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) machte deutlich, dass man sich auch für den Ortsteil Oberbach intensiv Gedanken über zusätzliche Bauplätze machen müsse.