Einladend wirkt das Gelände am Eingang zum Gewerbepark am Kreuzberg nicht gerade. Eine riesige Wiese, umrahmt und durchzogen von scheinbar zu groß dimensionierten Straßen. Ab und zu mal eine Asphaltfläche, als früherer Parkplatz erkennbar. Unterkünfte für Mannschaften standen hier, als Teil der 1995 aufgelösten Rhönkaserne, und Funktionsgebäude.

Das deutsche Militär: Es ist weitergezogen auf die Höhen oberhalb von Wildflecken, wo einst die Amerikaner residierten. Aus der Rhönkaserne wurde dank des Stadtumbaus West der Gewerbepark. Mit dem neuen Bekleidungszentrum könnte ihn auf rund 12000 Quadratmetern wieder ein Funktionsgebäude ziere - das auch noch von der Bundeswehr genutzt wird. Quasi als eine Art Wiederauferstehung des Militärs auf seinem früheren Gelände.

Vor zwei Jahren - erinnert sich Bürgermeister Gerd Kleinhenz - erreichte die Verwaltung eine Anfrage vom Bekleidungsmanagement der Bundeswehr nach den Grundstücken. Die galten vorher als Erweiterungsflächen für den Hülsenproduzenten Paul & Co. Jetzt sollte dort ein Hochregallager entstehen. Es folgten Termine vor Ort; das Bekleidungsmanagement sicherte sich das Areal sogar über Vorverträge.

Offensichtlich denken die Verantwortlichen bei der Bundeswehr um.

"Amazon für Bundeswehrangehörige"

Das derzeitige Bekleidungszentrum am Arnsberg genügt diesen logistischen Abläufen und Ansprüchen wohl nicht mehr.

Nachdem das Bekleidungsmanagement der Bundeswehr 2019 Grundstücke im Gewerbepark am Kreuzberg in Wildflecken zur Errichtung eines neuen Hochregallagers für sich reserviert hatte, erfolgte im Sommer 2020 kurzfristig die Absage. Wie eine Nachfrage der Bundestagsabgeordneten Manuela Rottmann beim Bundesverteidigungsministerium ergab, ist das aber keine endgültige Absage an den Standort Wildflecken. Vielmehr soll erst eine bis 2022 laufende Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für die Bw Bekleidungsmanagement GmbH abgewartet werden, bevor über die zukünftigen zentralen Standorte entschieden wird, heißt es der Pressemitteilung des Marktes Wildflecken.

Wildfleckens Bürgermeister Gerd Kleinhenz ist optimistisch, dass sich Wildflecken als Standort durchsetzen wird. "Die Vorteile des Standorts Wildflecken haben schon bei der Auswahl des Standorts für eines der neuen Rechenzentren der Bundeswehr überzeugt. Der Gewerbepark am Kreuzberg liegt bundesweit einmalig zentral und bietet eine hervorragende Infrastruktur. Wir freuen uns, wenn die Bundeswehr hier weiter investiert, so lange wir noch Flächen anbieten können."