Am kommenden Sonntag, 14. März, ist in Gersfeld Bürgermeisterwahl. Eigentlich hätte die Wahl schon Ende Mai 2020 stattfinden sollen, doch die Corona-Pandemie kam dazwischen, die Wahl wurde um ein Jahr verschoben. Mit Amtsinhaber Steffen Korell (37, CDU) ist ein einziger Kandidat im Rennen, es kann also davon ausgegangen werden, dass es keine Veränderung an der Spitze der Stadt Gersfeld geben wird.

Politisches Klima verbessert

2014 übernahm Steffen Korrell, der seit 2003 mit seiner Familie in Sparbord lebt, das Amt des Stadtoberhauptes. Dass er sich nun zur Wiederwahl stellte, war für ihn keine Frage. Er habe Gersfeld in unruhigen Zeiten - nach dem Rücktritt seines Vorgängers - übernommen. Es sei gelungen, das politische Klima zu verändern, wieder in ein sachliches und ruhiges Fahrwasser zu kommen. Diesen begonnenen Weg möchte er gemeinsam mit den Bürgern fortsetzen. Der studierte Jurist räumt aber auch ein: "Ob ich auf dem Stuhl in Rente gehen werden, wird die Zeit zeigen."

Viele Berührungspunkte zwischen Hessen und Bayern

Die Stadt Gersfeld liegt in der hessischen Rhön und hat rund 5500 Einwohner. Einerseits musste Bürgermeister Korell feststellen, dass die Grenze zwischen Hessen und Bayern "nach wir vor da ist", andererseits gibt es doch viele Berührungspunkte, vor allem zwischen Bischofsheim und Gersfeld, sowie Wildflecken und Gersfeld. Korell zählt auf: "Gersfeld ist als Medizinstandort auch für bayerische Nachbarn von Bedeutung." Nicht wenige Bischofsheimer haben ihren Hausarzt in Gersfeld. Ebenso werde die Klinik mit den Fachabteilungen von Patienten aus dem bayerischen Teil der Rhön in Anspruch genommen. Daher sei es auch für die angrenzenden Gemeinden eine gute Nachricht, dass das Klinikum Gersfeld medizinisch und auch wirtschaftlich hervorragend funktioniere und es konkrete Pläne für eine Erweiterung gebe.

Im schulischen Bereich ist die Rhönschule Gersfeld mit ihrem Haupt-, Realschul- und Gymnasialzweig sowie der Kooperation mit der SKG Gersfeld in Sachen Wintersport für Eltern und Schüler aus Bischofsheim eine echte Alternative, die immer wieder genutzt werde.

Freibad und Loipenpark

Nicht vergessen werden darf das Gersfelder Freibad, mit seinem 50 Meter Sportbecken, der 60 Meter Röhrenrutsche und der Sprunganlage sowie der großzügigen Freianlage, das von Gästen aus dem bayerischen Teil der Rhön gerne besucht werde. Ebenso das Freibad in Dalherda, das höchstgelegene Schwimmbad Hessens, dessen Sanierung angedacht sei. In Sachen Wintersport haben die Städte Gersfeld und Bischofsheim mit dem Loipenpark am Roten Moor ihre Berührungspunkte.

Während Bischofsheim mit dem Aldi-Markt und Rossmann für Gersfelder von Interesse sei, biete umgekehrt Gersfeld mit dem großen Edeka-Markt und seinen Fachgeschäften eine Bereicherung für die bayerischen Kunden. Im übrigen sei in Gersfeld eine Verlagerung des bestehenden Rewe- und Norma-Marktes auf das Gelände der Gewehrschaftfabrik an der B279 vorgesehen.

Sanierung des beliebten Wildparks steht an

Gastronomisch ergänzen sich Gersfeld und Bischofsheim. Stolz ist Bürgermeister Korell darauf, dass in Gersfeld alle Gaststätten verpachtet sind und eine bunte Vielfalt an Angeboten bereit halten.

Die Wasserkuppe und der Wildpark sind zwei touristische Anlaufpunkte, die nicht nur für Gäste, sondern auch Einheimische auf beiden Seiten der Landesgrenze von Bedeutung sind. Wie Korrell berichtet, werden derzeit Überlegungen und Ideen entwickelt, um das Areal des Groenhoffhauses auf der Wasserkuppe zukunftsfähig zu machen. Für den Wildpark stehe eine Sanierung an, wobei die Deiche der Seen im Eingangsbereich an erster Stelle stehen. "Seit Jahren steigen die Besucherzahlen des Wildparks": Korell spricht von einer wachsenden Beliebtheit der Einrichtung, gerade bei Familien mit Kindern.

Lange gemeinsame Geschichte mit Wildflecken

Mit Wildflecken, speziell dem Truppenübungsplatz, verbindet Gersfeld eine lange gemeinsame Geschichte, liegt doch etwa ein Drittel des rund 7000 Hektar großen Areals auf Gersfelder Gebiet.

Speziell die Vergangenheit des Dorfes Dalherda wurde ganz massiv von den Streitkräften und dem Truppenübungsplatz geprägt. Außerdem sei er ein nicht unerheblicher wirtschaftlicher Faktor für die Region und Gersfeld. Einst pflegte die Stadt Gersfeld eine Patenschaft mit der 3. Batterie des Panzerartilleriebataillons 355 mit Sitz in der Rhönkaserne, das mittlerweile aufgelöst ist. 2019 wurde eine neue Patenschaft ins Leben gerufen, mit der II. Inspektion des VN-Ausbildungszentrums der Bundeswehr.

Mehr Biodiversität

Weitere Schwerpunktthemen in Gersfeld sind die Erneuerung und Sanierung der Wasserversorgung, die Sanierung der Kläranlage, der Neubau einer viergruppigen Kinderkrippe, die Erweiterung des evangelischen Kindergartens sowie die Sanierung von Mehrzweckgebäuden in den Ortsteilen.

Derzeit laufen auch Pläne für ein neues Konzept des Schlossparks. Der alte Baumbestand müsse verjüngt werden, mehr Biodiversität soll Einzug halten und ein neuer Spielbereich für Kinder. Neue Bauplätze werden "Auf der Wacht" und in Rengersfeld ausgewiesen. Im ehemaligen Seniorenheim am Brembacher Weg entstehen 32 Wohnungen.