Immer mehr Steinskulpturen säumen mittlerweile den Abschnitt des Rhönexpress-Radweges im Oberen Sinntal. Verantwortlich dafür ist Gerwin Kellermann, der auf diese Art und Weise möglichst viele an seinem Hobby teilhaben lassen möchte. Unentgeltlich und unermüdlich sind so Fuchs, Wildschwein, Ziegen, Wildkatze , Luchs , Wolf, der Kopf einer Kuh im Zuggeschirr, Eichhörnchen, Biber und Fischotter entstanden. Für den am Radweg liegenden Spielplatz in Oberbach hat Gerwin Kellermann einen Sattel in Stein gemeißelt, auf dem die Kinder auch "reiten" können.

Derzeit arbeitet er an Feldhasen, die in ihm Erinnerungen an seine Kindheit in den Vierziger Jahren wachrufen. "Nach dem Krieg gab es eine riesige Zahl von Feldhasen. Bei Treibjagden wurden so schon mal 200 Stück erlegt. Irgendwie hatte ich aber etwas Mitleid mit diesen Tieren", erzählt er.

So wollte er eigentlich schon immer diesen Tieren eine Skulptur widmen. "Gescheitert war es bislang an den Ohren, die nicht stabil waren und abbrachen. Schließlich reifte die Idee, die Hasen als Reliefbild zu gestalten", erzählt Kellermann. Damit war das Problem gelöst.

Die Gemeinde Riedenberg besorgte eine große Basaltstele und einen Sandsteinfindling vom "Riedenberg". Auf ihnen entstehen jetzt die Hasen in Originalgröße. Die Hauptarbeit hat Gerwin Kellermann zu Hause erliegt, aber noch sind die Reliefs nicht ganz fertig. Und so trifft man ihn immer wieder auf Knien liegend mit Hammer und Meißel vor den Toren Riedenbergs, wo er die beiden Hasen fertigstellt.

Gerwin Kellermann hat auch die sogenannten Deportationsrucksäcke für den jüdischen Denk-Ort Deportion in Riedenberg behauen, die in naher Zukunft dort zu sehen sein werden.