Groß war das Interesse der Bevölkerung an den Informationen und Führungen zum World Ranger Day. Treffpunkt war an der Schornhecke. Hier gaben die Ranger an einem Infostand Einblick in ihre Arbeit in der Rhön - aber auch weltweit.

Zwei Führungen unter der Leitung von Florian Essel wurden im Laufe des Tage veranstaltet, jeweils rund 30 Personen nahmen teil. An mehreren Stationen erläuterteer die wesentlichen Merkmale der Kulturlandschaft Rhön und des Biosphärenreservats. Er erklärte, dass das Land der offenen Fernen durch landwirtschaftliche Nutzung entstand und so strukturreich wurde, dass es heute erhalten bleiben sollte.

Warum stört die Luipe in der Rhön? Essel sprach über unerwünschten Nährstoffeintrag durch die Lupine, was konkurrenzschwächere Pflanzen verdränge. Ein Ranger habe stets eine Gartenschere und einen Laubsack im Auto, um bei Bedarf Samenstände der Lupine abzuschneiden und so die weitere Aussaat zu verhindern. Eine weitere Möglichkeit, der Lupine Herr zu werden, seien die Mahd und ein gezieltes Ausstechen der Pflanzen. Dank ehrenamtlicher Hilfe die Bergwacht und der Rhönklub Zweigvereine werde das seit Jahren gemacht.

Damit war Essel mitten drin in der Beschreibung, was es für eine Rangerin oder einen Ranger in der Rhön alles zu tun gibt: Schutz und Erhalt der Kulturlandschaft durch Umweltbildung, Besucherinformation und Besucherlenkung. Landschaftspflege, Markierung und Kontrolle von Schutzgebieten und die Mitarbeit bei Artenschutz- und Monitoringprojekten sind die wichtigsten Aufgabenfelder. Dabei sei vor allem die Wissensvermittlung von Bedeutung, um aufzuklären, zu sensibilisieren und um Verständnis für so manches Verbot in der Langen Rhön zu wecken.

Viele Fragen hatten die Teilnehmer: Da ging es um die Ausbreitung des Waschbären in der Rhön, um die Bedeutung der Kernzonen und die Frage, warum in einigen dieser Bereiche noch immer Holz entnommen werde. Die Antwort: Es handele sich um eine Übergangsphase, in der der Fichtenanteil zurück genommen werde.

Während die Führung über den Heidelstein fort gesetzt wurde, hatten die Kollegen am Informationsstand nicht weniger Fragen zu beantworten. Zwei Birkwildhähne und eine Henne waren der Blickfang. Es ging aber nicht nur ums Birkwild, seine Bedeutung für die Rhön und die Schutzbemühungen. Auch das Thema Wildkatze wurde angesprochen und die Bedeutung des Milans. Überhaupt war das Interesse an großen Tieren weitaus ausgeprägter als an Käfern oder Spinnen. Aber auch Orchideen in der Rhön, Magerrasen und Fledermäuse wurden thematisiert - in kurzer Zeit zeigte sich, wie groß das Spektrum im Biosphärenreservat Rhön ist und wie breit das Wissen der Ranger.

Der World Ranger Day sollte einerseits informieren und Lust auf die Rhön machen, aber auch für den Beruf an sich begeistern. Ranger sorgen weltweit in Schutzgebieten für den Erhalt und Schutz von Pflanzen und Tieren und werben für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur. 1872 wurde in den USA der erste Nationalpark ausgewiesen. Acht Jahre später nahm dort, im Yellowstone National Park, der weltweit erste Ranger seine Arbeit auf. Der Einsatz von Rangerinnen und Rangern ist heute ein international anerkannter Naturschutzstandard.