Ein unkontrollierter Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz - um dieses Schreckensszenario ging es bei einer länderübergreifenden Übung auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken. Unter Federführung der Bundeswehrfeuerwache des Truppenübungsplatzes Wildflecken waren in Zusammenarbeit mit der Truppenübungsplatzkommandantur Wildflecken, den Hubschrauberstaffeln der Bundespolizei und der Landespolizei Hessen und vielen weiteren Kräften der freiwilligen Feuerwehren des Landkreis Bad Kissingen, Bad Neustadt sowie des Landkreis Fulda vertreten.

2000 Liter Wasser am Hubschrauber

Ziel der Übung war einen unkontrollierten Brand auf dem Truppenübungsplatz in Wildflecken zu verhindern. In zwei Einsatzabschnitten wurde vom Boden, aber auch aus der Luft versucht, das "Flammengebiet" zu löschen. Abwechselnd übten die Piloten, das Wasser vom Hubschrauber aus abregnen zu lassen. Die Außenlastbehälter am Hubschrauber hatten 900 und 2000 Liter geladen.

Sehr von Vorteil, auch wenn topographisch noch nicht zu hundert Prozent verfügbar, war die gemeinsame Nutzung des Digitalfunks. Durch vorher festgelegten Rufgruppen zur taktisch-betrieblichen Zusammenarbeit (TBZ-Gruppen), konnten die Einsatzkräfte am Boden sich mit der Unterstützung aus der Luft absprechen und ihren Löscherfolg in den Übungsszenarien deutlich verbessern.

Klimawandel macht es notwendig

Diverse Waldbrandszenarien wurden theoretisch sowie praktisch nach Standardregeln durchexerziert. Durch die klimatisch bedingten Witterungsveränderungen und die geringen Niederschläge der vergangenen Jahre (der August 2021 war sicherlich eine Ausnahme) sind diese Übungsszenarien dringend notwendig, um bei Bränden auf dem Truppenübungsplatz reagieren zu können. Unter anderem wurden auch die Löschwasserentnahmestellen des Truppenübungsplatzes kontrolliert. Die übergeordnete Dienstaufsicht hatte das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr mit Sitz in der Wilhelmsburgkaserne in Ulm.

Das Waldbrandthema ist in den vergangenen Jahren auch in Deutschland deutlich in den Vordergrund geraten. So gab es erst in den letzten 15 Jahren wissenschaftliche Dissertationen für das Themengebiet aus deutschen Federn. Ein Bereich, der in der Vergangenheit ausnahmslos durch Fachleute aus Amerika und den südlichen Ländern Europas belegt war. Der ständige Erfahrungsaustausch auf allen Ebenen hat auch dafür gesorgt, dass sich das Zentrum für Brandschutz der Bundeswehr und damit auch die Truppenübungsplatzfeuerwehren ständig den Anforderungen anpassen konnten.

Auch die militärische Seite kam nicht zu kurz. Der Truppenübungsplatzkommandant war vor Ort und koordinierte mit seinen Feuerwerkern die militärischen Bereiche während der Übung.